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THEATERPREIS DES BUNDES 2019

2019 wurde der Theaterpreis des Bundes zum dritten Mal verliehen.

KONTAKT UND INFORMATION

Felix Sodemann

theaterpreis@iti-germany.de

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Der Preis richtet sich an kleine und mittlere Theater, die mit ihrem kulturellen Angebot, mit Theaterproduktionen, Gastspielen und partizipativen Projekten in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Vor allem auf Häuser jenseits der Metropolen, abseits der Theaterzentren sollte der Blick gerichtet werden. Und so sind unter den Preisträgern nur zwei Theater aus Städten mit mehr als 300.000 Einwohner*innen.

31 Einzelporträts kleiner und mittlerer Theater jenseits der Metropolenräume

Die 31 Theater, die 2015, 2017 und 2019 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet worden sind, porträtiert das Magazin „Stadt, Land, Kunst – Theater im Dialog mit der Gesellschaft an den Rändern der Städte und jenseits der Metropolen“.

Entstanden in Zusammenarbeit von deutschem ITI-Zentrum und der Redaktion von Theater der Zeit liegt die Sonderveröffentlichung jetzt der Maiausgabe 2020 von Theater der Zeit bei. Autor*innen aus dem Umfeld der Theater stellen die Arbeit der kleinen und mittleren Häuser in Einzelstudien vor. Ergänzt werden diese Porträts durch zwei Gesprächsrunden, welche die Rolle des Preises sowohl aus der Perspektive von Theatern, die den Preis noch nicht gewinnen konnten, als auch aus der Sicht von Vertreter*innen der Theater-Verbände beleuchten.

Enthalten in der Beilage zu Theater der Zeit ist auch die Kurzauswertung einer Umfrage, wie der Theaterpreis des Bundes unter Theaterschaffenden wahrgenommen und welche Wirkungen dem Preis in der Theaterwelt beigemessen werden.

Die digitale Version der Sonderveröffentlichung gibt es kostenlos hier.

Preisträger:innen 2019

Die Jury des diesjährigen Theaterpreis des Bundes, bestehend aus Jörg Albrecht, Sophie Diesselhorst, Dorte Lena Eilers, Bettina Jahnke, Ulrike Kolter und Matthias Schulze-Kraft hat entschieden. Elf Theater werden mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Neben der bundesweiten Aufmerksamkeit bedeutet dies auch 75.000€ für künstlerische Vorhaben, die jedem Theater zukommen.

Die Preisträgertheater sind: Theater Thikwa, Berlin, Piccolo Theater Cottbus, Theater Erlangen, Theaterwerkstatt Pilkentafel, Flensburg, Boat People Project, Göttinge, Oper Halle, Helios Theater, Hamm, Puppentheater Magdeburg, Landestheater Schwaben, Memmingen, Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim, Theater Rampe, Stuttgart

Die ausführlichen Jurybegründungen finden Sie hier.

Hier gelangen Sie zur vollständigen Pressemitteilung der deutschen Geschäftsstelle des Internationalen Theaterinstituts und zur Pressemitteilung der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters.

Tagung: "Dialog mit der Stadtgesellschaft"

Am 27. Mai 2019 fand die Preisverleihung des Theaterpreis des Bundes 2019 und die Tagung "Dialog mit der Stadtgesellschaft" im Theater Gera statt.

Die Tagung, die das ITI im Rahmen der Preisverleihung ausrichtete, brachte rund 120 Teilnehmer*innen aus allen Bereichen der Theaterlandschaft in einen intensiven Dialog. Impulsvorträge der Kulturforscherin Hilke Berger und Wolfgang Schneider vom Kulturpolitischen Institut der Universität Hildesheim stießen die Diskussion an. Hilke Berger insbesondere durch einen kritischen Blick auf den Begriff der Partizipation; Wolfgang Schneider mit dem Rundumschlag zu kulturpolitischen Initiativen für das „Theater in der Provinz“, die nicht nur das Stadttheater, sondern auch die freie Szene und das Amateurtheater in den Blick nehmen sollten.

Von der Theorie in die Praxis führten dann 13 Gesprächskreise, die konkret Projekte der Preisträger*innen und von Häusern, die sich um den Theaterpreis beworben hatten, ins Gespräch brachten. Beispiele: Welche große Rolle eine langfristige Vermittlungsarbeit spielt, wurde am Beispiel der Geraer Theaterfabrik deutlich; wie ein Publikum durch die konkrete Auseinandersetzung mit der Flensburger Stadtgeschichte erreicht wird, zeigte das Theater Pilkentafel; welch langen Atem es braucht, um die Bürger*innen einer Stadt in das Projekt „Staging Democracy“ zu involvieren, berichtete das Lichthof Theater aus Hamburg; wie wirklich aktuelle Stücke für Kinder entstehen, weil die Trennung von Theatermacher*innen und Theaterpädagogik im Piccolo Theater Cottbus aufgehoben wird; wie aus einem inklusiven Projekt eine Theaterarbeit mit eigener künstlerischer Qualität wird – diese Erfahrung teilte das Theater Thikwa aus Berlin. Eine Zusammenfassung aller Gesprächskreise wird Teil der Dokumentation.

Der zweite Teil der Tagung unter dem Titel „Theater unter Druck?“ konfrontierte die Theaterverbände mit drei Impulsen, die von den Theaterhäusern nicht allein den Dialog mit der Stadtgesellschaft forderten, sondern auch die damit verbundene, notwendige Änderung von Sichtweisen und Strukturen in den Häusern. Laura Kiehne (ensemble-netzwerk) und Sören Fenner (art but fair) plädierten eindringlich für faire Entlohnung und gerechtere Strukturen an den Theatern. Eine Forderung, der sich Marc Grandmontagne (Deutscher Bühnenverein), Dorothee Starke (INTHEGA) und Anne Schneider (Bundesverband Freie Darstellende Künste) nicht verschließen wollten. Vor allem, weil alle in einem Theater, das von traditionellen Hierarchien befreit wird und bereichert durch Respekt und künstlerischen Dialog auf Augenhöhe, ein großes Potenzial auch für den Dialog mit der Stadtgesellschaft sahen. Auf diese offene, sich in die Gesellschaft einbringende Theater setzte auch Christophe Knoch (Die Vielen). Teilhabe gesellschaftlicher Gruppen am Kulturangebot der Theater ermöglichen wollen, heißt auch Teilnehmen an dem, was in der Gesellschaft diskutiert wird. Dorothee Starke lud Knoche ausdrücklich zur nächsten INTHEGA-Tagung ein und zeigte hier wie in weiteren Statements, dass die Gastspieltheater eine ernst zu nehmende weitere Säule der Theaterlandschaft sind.

Für das Internationale Theaterinstitut (ITI) brachte es Kay Wuschek auf diese beiden Punkte: Theater sollten sich einbringen in die Gesellschaft, sollten zuhören und teilnehmen an dem, was für Andere gesellschaftliche Fragen und kulturelle Gemeinschaft bedeutet. Und sie sollten darin nicht ein Aufholen von Defiziten, sondern ein großes Potenzial ihrer künstlerischen Entwicklung sehen.

Ein Ausblick, der Mut macht und Kraft gibt, auch angesichts der Fragen, die mit der Europawahl (und der Kommunalwahl in Thüringen) auch die Diskussion bestimmten. „Die Kunst ist frei und sie wird es immer bleiben“, war der Kernsatz der Rede von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der anschließenden Preisverleihung. Monika Grütters würdigte die künstlerischen Leistungen der Preisträger*innen als Beispiel einer großen Vielfalt der Theaterlandschaft. Einer Vielfalt, die durch die Länder und Kommunen ermöglicht wird, und in der Künstler*innen immer wieder Denkanstöße für die gesellschaftlichen Fragen geben.

Dafür auch vor Ort die politischen Haltungen, Unterstützungen und das gesellschaftliche Klima zu schaffen – das brachten Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb und Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff mit Engagement und starken Statements zum Ausdruck.


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