ITI - Deutschland
Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts
  • Flinntheater

  • Verständigung // Understanding - 60. Jahrestag des deutschen ITI-Zentrums, 26. November 2015, Akademie der Künste, Berlin

  • Sommergäste, Schaubühne Berlin (Foto: Thomas Aurin)

  • 2018 - 70 Jahre Internationales Theaterinstitut

  • Gründung des ITI-Weltverbandes 1948

  • Angie Hiesl Produktion: x-mal Mensch Stuhl

  • Power of Diversity - the Crossing Lines Projekt, Aktionstheater PAN.OPTIKUM | Fotografin: Jennifer Rohrbacher

  • „Physisches Theater“ – Deutsch-französischer Workshop, ITI - Mime Centrum Berlin

  • Draußen vor der Tür. Tmuna Theatre Tel Aviv 2017, Regie: Matthias Gehrt, Foto: Eyal Landesman

  • Gründung des ITI-Weltverbandes, Prag 1948

  • ITI mit neuem Vorstand - Jahrestagung in Braunschweig (18.06.2018)

    ITI mit neuem Vorstand - Jahrestagung in Braunschweig (18.06.2018)

    Deutschland ist ein Einwanderungsland – aber wie verändern sich die Theater mit der sich wandelnden Zusammensetzung ihres gesellschaftlichen Umfeldes?

    Unter dem Titel „Gekommen um zu bleiben. zu gestalten.“ veranstaltete das deutsche ITI-Zentrum am Wochenende auf dem Festival Theaterformen in Braunschweig seine Jahrestagung. Diskutiert wurden Ansätze der Diversität im Theaterbetrieb in einem politischen Klima in Deutschland und Europa, das zunehmend „diametral gegen das steht, wofür wir stehen “, wie ITI-Präsident Joachim Lux einleitend die Situation beschrieb. „Offener und sogar aggressiver“ sollten wir, so Lux, „dafür einstehen, dass Dialog, dass kosmopolitisches Weltbürgertum der Kern unserer Arbeit und damit Internationalität wichtig und künstlerisch produktiv ist.“ Mit Hannah Arendts Satz, nach dem Flüchtlinge die Avantgarde ihrer Völker seien und ihrem Schluss auf die Transit-Existenz als künftige Lebensform aller, plädierte der Leipziger Theaterwissenschaftler Günther Heeg in seinem Vortrag für ein transkulturelles Theater.

    Die Mitgliederversammlung bestätigte die bisherige Vizepräsidentin Bettina Sluzalek (Berlin) in ihrem Amt sowie die bisherigen Vorstandsmitglieder Matthias Gehrt (Theater Krefeld-Mönchengladbach), Barbara Kastner (Krefeld), Holger Schultze (Theater Heidelberg), Tobias Veit (Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin), Jörg Vorhaben (Staatstheater Mainz) und Karen Witthuhn (Transfiction, Hamburg).

    Neu in den Vorstand gewählt wurden Martine Dennewald (Theaterformen Braunschweig und Hannover), Jan Linders (Badisches Staatstheater Karlsruhe) und Barbara Mundel (Ruhrtriennale).

    Vorstand des ITI v.l.n.r.: Jan Linders, Jörg Vorhaben, Matthias Gehrt, Barbara Mundel, Bettina Sluzalek (Vizepräsidentin), Joachim Lux (Präsident), Karen Witthuhn, Tobias Veit, Barbara Kastner.
    Zum Fototermin verhindert: Kay Wuschek (Vizepräsident), Martine Dennewald, Holger Schultze.
    Foto: ITI / Ingrid Beese
  • Prager Quadriennale 2019 ohne deutschen Beitrag? (14.06.2018)

    Prager Quadriennale 2019 ohne deutschen Beitrag? (14.06.2018)

    Der deutsche Beitrag zur Prager Quadriennale (PQ) 2019 droht an mangelnder Unterstützung der für auswärtige Kulturpolitik zuständigen Instanzen auf Bundesebene zu scheitern. Nach dem schon „unterfinanzierten Notprojekt“, mit dem sich Deutschland bei der PQ 2015 beteiligt habe, komme die „auffällige Zurückhaltung des Auswärtigen Amtes gegenüber dem Vorhaben einem schleichenden Rückzug gleich“, erklärten jetzt Oliver Proske, künstlerischer Leiter des geplanten Projektes, und Thomas Engel, Direktor des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts ITI. Der Beitrag zur PQ 2019 sieht eine Retrospektive auf die Arbeit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 1992–2017 vor. Ein entsprechendes Konzept, das vom Bund der Szenografen und dem deutschen ITI-Zentrum erarbeitet worden ist, liegt in Prag vor, eine deutsche Beteiligung an der PQ ist angemeldet.

    Dass Deutschland bei der PQ 2019 womöglich nicht vertreten sein könnte - ausgerechnet im 30. Jahr des Mauerfalls und der Balkonrede des seinerzeitigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher vor den Botschaftsflüchtlingen in Prag im Sommer 1989 -, bezeichnen Proske und Engel als „vorhersehbare Blamage für das Theaterland Deutschland.“ Da es bislang aber keine Förderbereitschaft gibt, wird eine Absage immer unausweichlicher. Ohne Planungssicherheit wären weitere Schritte zur Realisierung des deutschen Beitrags, etwa die Erarbeitung der technischen Planung und der Abschluss von Verträgen aus Sicht der Organisatoren „nicht zu verantworten.“ Definitiv zurückgezogen werden müsse die deutsche Teilnahme an der PQ 2019, sollte der „Stillstand bis Ende Juni anhalten.“

    Die  Prager Quadriennale gilt als weltweit größte Leistungsschau für Bühnenbild und „Performance Design“ und findet seit 1967 alle vier Jahre statt. 2015 verzeichneten die Veranstalter*innen 150 Aussteller aus rund 70 Ländern, 150.000 Besucher*innen wurden gezählt.

  • Internationalisierung der Theater – Thema der ITI-Jahrestagung in Braunschweig (13.06.2018)

    Internationalisierung der Theater – Thema der ITI-Jahrestagung in Braunschweig (13.06.2018)

     

    „Die Arbeit von Theatern und Bühnen mit Geflüchteten darf sich nicht im Projektcharakter erschöpfen, sondern muss „in der Struktur der Kulturbetriebe verankert“ werden. Das hat ITI-Präsident Joachim Lux jetzt im Vorfeld der diesjährigen ITI-Jahrestagung „Gekommen um zu bleiben. zu gestalten“ gefordert.

    Es seien „wichtige Zeichen für eine Kultur der Vielfalt“, dass sich die Theater für die Themen der Geflüchteten engagierten, mit ihnen in einer Vielzahl von Projekten arbeiteten. Damit diese nicht ein „Katalysator des schlechten Gewissens der Mittelschicht“ blieben, sei die eigentliche Konsequenz, „die Theater flächendeckend zu verändern, in ihrem Programm und Personal,“ sagte Lux.

    Der ITI-Präsident unterstrich zugleich, es gehe bei der Öffnung der Häuser „nicht vorrangig um ein soziales Projekt.“ Anzustreben sei vielmehr eine „Arbeit mit hohem künstlerischem Anspruch und um die Aufnahme anderer Sichtweisen, auf der Bühne und in den Entscheidungsebenen.“

    Mit der Jahrestagung 2018, die unter dem Dach des Theaterfestivals „Theaterformen“ am 16. und 17. Juni in Braunschweig stattfindet, will das ITI mit Künstler*innen und Förderinstitutionen in offenen Diskussionsforen erörtern, inwieweit und in welcher Form das Internationale in den Theatern angekommen und für diese schon prägend geworden ist. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, welche berufliche Entfaltungsmöglichkeiten Künstler*innen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, an deutschen Theatern geboten werden, wie Teilhabe und Diversität entstehen.

    Dazu berichten werden während der Jahrestagung unter anderem Krystel Khoury vom Open Border Ensemble der Münchner Kammerspiele, Amal Omran vom Ma’louba Collective am Theater an der Ruhr, Mülheim, sowie Maryam Abu Khaled vom Exil Ensemble des Gorki Theaters Berlin. Die syrische Choreografin Mey Seifan, bis 2011 Leiterin des Internationalen Tanzfestivals in Damaskus, schildert ihre Arbeitserfahrungen in der Künstlergruppe Tanween Company (Berlin/München).

    Das ausführliche Programm und Informationen über weitere Akteur*innen der Jahrestagung finden sich auf der ITI-website unter https://www.iti-germany.de/ueber-uns/iti-jahrestagung/. Hier lässt sich auch das vollständige Interview mit ITI-Präsident Joachim Lux nachlesen.

     

     

  • Szenenwechsel 2018 – Förderung für neun künstlerische Kooperationsprojekte mit Partnern aus Nordafrika und Osteuropa (02.05.2018)

    Szenenwechsel 2018 – Förderung für neun künstlerische Kooperationsprojekte mit Partnern aus Nordafrika und Osteuropa (02.05.2018)

    Kroatische Jugendliche rappen mit jungen Hamburger*innen die Beggar’s Opera und Choreograf*innen besuchen deutsche Rentner*innen im Exil in Bulgarien. Gleichzeitig sucht ein Performancekollektiv unbekannte Schauplätze der 68er-Bewegung auf und Tänzer*innen aus Europa und Nordafrika sammeln gemeinsam feministische Standpunkte, um das Empowerment zu proben. Das sind nur einige Beispiele der für das internationale Theaterprogramm Szenenwechsel 2018 ausgewählten Kooperationsprojekte. Die Robert Bosch Stiftung GmbH und das Internationale Theaterinstitut (ITI) unterstützen mit dem Programm seit 2012 Theater und freie Gruppen in der künstlerischen Arbeit mit einem Kooperationspartner aus Osteuropa oder Nordafrika.

    Eine Expertenjury hat in der diesjährigen und gleichzeitig letzten Bewerbungsrunde des Programms insgesamt neun Kooperationsprojekte mit Partnern aus Ägypten, Bulgarien, Georgien, Kroatien, Marokko, Moldau und Slowenien ausgewählt. Die Projekte werden in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren mit jeweils bis zu 15.000 € gefördert. Die Unterstützung soll den Projekten einen intensiven künstlerischen Austausch ermöglichen und nachhaltige Kontakte zwischen den Theaterschaffenden aufbauen. Zudem dient sie dazu, den ausgewählten Projekten, die sich mit gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigen, über nationale Grenzen hinweg Aufmerksamkeit zu verschaffen.

    „Auffällig war in diesem Jahr, dass viele Projekte darauf zielen, aktuelle soziale und politische Konflikte in ihrer Historizität erfahrbar zu machen. Die Auswirkungen der emanzipatorischen Bewegungen von 1968 werden in ihrer internationalen Vernetzung verhandelt und dargestellt. Neben den Bruchlinien in der eigenen Identität, die durch religiös und politisch bestimmte Konflikte und durch die vielfältigen Migrationsprozesse geprägt sind, bestimmt der Gender-Diskurs viele der eingereichten Projekte. (…) Die ausgewählten Projekte weisen nicht nur hinsichtlich der gewählten Thematik und des ästhetischen Formats eine große Vielfalt auf, sondern auch in der Struktur der Kooperationen. Freie Gruppen, große und kleine Produktionshäuser, Künstlerkollektive und ein Landestheater arbeiten mit ebenso heterogenen Partnern zusammen und repräsentieren damit neue Formen künstlerischer Zusammenarbeit“, so Jörg Bochow für die Szenenwechsel-Jury.

    Zum Abschluss des Programms veranstaltet das ITI mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung vom 16. bis 18. Mai 2019 ein Abschlussfestival mit Arbeiten aus dem Szenenwechsel-Repertoire in Hamburg. Das Festival dient auch als Netzwerktreffen, bei dem die international arbeitenden Künstler*innen sich mit dem Publikum zu den Beweggründen und Besonderheiten ihrer internationalen Arbeit austauschen können.

    Die Jury von Szenenwechsel besteht in diesem Jahr aus Dr. Jörg Bochow (Chefdramaturg, Staatsschauspiel Dresden), Anja Dirks (Leiterin des Belluard Festival Fribourg, Schweiz), Stefan Schwarz (Programmleitung, tanzhaus NRW, Düsseldorf), Branko Šimić (Regisseur, Hamburg), Dr. Bettina Sluzalek (Künstlerische Leitung, Radialsystem V, Berlin).

     

    Die von der Jury ausgewählten Kooperationsprojekte 2018 im Überblick:

     

    dialogue on the WHITE MALE
    theatercombinat (Wien) und Reflection for arts, training & development (Alexandria/Kairo, Ägypten)

    #youtoo
    kampnagel (Hamburg) und Queens Collective (Marrakesch, Marokko)

    Ikarus in Ägypten
    theaterwerkstatt hannover und Ahmed Ezzat Elalfy (Alexandria, Ägypten)

    Invisible Republic – Sofia 1968
    andcompany&Co. (Berlin) und Theater Company MOMO (Sofia, Bulgarien)

    WHO RUN THE WORLD
    Theater Rampe e.V. (Stuttgart) und Teatru Spalatorie (Chișinău, Republik Moldau)

    POTENTIAL STATES
    Ballhaus Ost (Berlin) und KUD Moment (Maribor, Slowenien)

    Battler’s Opera
    Brakula e.V. (Hamburg) und Zadar Snova (Zadar, Kroatien)

    LUXUS-WEG
    MS Schrittmacher (Berlin) und ACT International Theater Festival (Sofia, Bulgarien)

    Radio Universe
    Hessisches Landestheater Marburg und Tumanishvili Film Theater (Tiflis, Georgien)

     

    Weitere Informationen

    Wenn Sie als Medienvertreter Interesse daran haben, ein Projekt bei seinem Entwicklungsprozess zu begleiten oder weitere Infos wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit Sigrid Hilmer, ITI Germany (s.hilmer@iti-germany.de). Laufende Informationen zum Programm finden Sie unter:  www.szenenwechsel.org.

     

     PDF Download der PM als PDF von Szenenwechsel.org

     

     

     

  • Viktor Bodó erhält Preis des ITI 2018 (22.03.2018)

    Viktor Bodó erhält Preis des ITI 2018 (22.03.2018)

    Viktor Bodó erhält den diesjährigen Preis des Internationalen Theaterinstituts – Zentrum Deutschland. Die Entscheidung zugunsten des ungarischen Regisseurs und Schauspielers teilte ITI-Präsident Joachim Lux im Namen des Vorstands in Berlin mit.

    „Mit der Vergabe des ITI-Theaterpreises an Viktor Bodó möchte das Internationale Theaterinstitut ein kulturpolitisches Zeichen setzen. Denn so sehr wir uns über die Entwicklung einer transnationalen europäischen Kulturlandschaft auch freuen mögen, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie vielfach aus Not und als Fluchtbewegung entsteht. Denn Kultur wird in vielen europäischen Ländern marginalisiert – sei es aus ökonomischen oder politischen Gründen. Im Ergebnis sind insbesondere die deutschsprachigen Länder vielfach unfreiwilliger Fluchtpunkt für andernorts bedrohte Künstler. Viktor Bodó ist ein herausragender Regisseur, der in Ungarn kaum mehr Arbeitsmöglichkeiten hat“, äußerte der ITI-Präsident zur Entscheidung.

    Mit Viktor Bodó zeichnet das deutsche ITI einen Regisseur aus, der seit gut einem Jahrzehnt auch einem größeren deutschsprachigen Publikum durch Produktionen an den Bühnen in Graz, Köln, Mainz, Heidelberg, Basel oder Hamburg bekannt geworden ist.

    Das deutsche ITI würdigt mit seinem Preis seit 1985 alljährlich Persönlichkeiten, die im deutschsprachigen Theaterraum tätig und deren Leistungen herausragend und von internationaler Ausstrahlung sind. Der Termin der Preisverleihung wird rechtzeitig bekannt gegeben. 

    Im letzten Jahr erhielt die Regisseurin und Autorin Yael Ronen den Preis des Internationalen Theaterinstituts.
    Die Liste aller bisheriger ITI-Preisträger*innen kann  hier eingesehen werden.

     

    Viktor Bodó, 1978 in Budapest geboren, war nach seinem Schauspiel- und Regiestudium drei Jahre Schauspieler an Árpád Schillings Krétakör Theater in Budapest. Sein Durchbruch als Regisseur gelang ihm durch seine Arbeiten als Hausregisseur am Katona József Theater in Budapest, unter anderem mit einer Adaption von Kafkas „Der Prozess“. Seit 2006 arbeitet er regelmäßig am Schauspielhaus Graz, wo er zunächst Kafkas „Das Schloss“ und „Alice“ nach Lewis Carroll inszenierte. Diese Arbeit wurde zu mehreren Gastspielen, unter anderem zu den Salzburger Festspielen 2009 und zum radikal jung Festival München 2008 eingeladen und gewann 2008 den österreichischen Nestroy-Theaterpreis für die beste Ausstattung.

    2008 gründete Bodó seine eigene Theatertruppe Szputnyik Shipping Company in Budapest, die auch mit dem Grazer Ensemble kooperierte. Seine wichtigsten Inszenierungen mit Szputnyik in Budapest waren „Mietshausgeschichten“ und „Der Würfler“. Mit seiner eigenen Truppe erarbeitete er zudem Koproduktionen am Schauspiel Köln („Transit“ von István Tasnádi und „Der Mann am Tisch 2“ von András Vinnai) sowie am Staatstheater Mainz und am Theater Winterthur („Tot im Orient-Express“).

    Bodós Grazer Inszenierung von Handkes „Die Stunde da wir nichts voneinander wußten“  aus der Spielzeit 2008/09 wurde zum Berliner Theatertreffen 2010 eingeladen sowie in Moskau mit der Goldenen Maske in der Kategorie Beste ausländische Aufführung ausgezeichnet. Viktor Bodó war zudem für den österreichischen Nestroy-Theaterpreis 2009 und 2011 in der Kategorie Beste Regie nominiert.

    2014 wurde er für seine Inszenierung von Jarrys „König Ubu“ am Theater Heidelberg für den Theaterpreis DER FAUST nominiert und 2016 mit dem Europäischen Theaterpreis Premio Europa per il Teatro der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

     

     

  • ITI-Präsident Lux: „Theater ringt in vielen Ländern um das Überleben“ (21.03.2018)

    ITI-Präsident Lux: „Theater ringt in vielen Ländern um das Überleben“ (21.03.2018)

    Fünf Weltregionen – fünf Botschaften zum Welttheatertag 2018 

    „In vielen Ländern der Erde ist Theater eine Kunstgattung, die am Rande des Existenzminimums um ihr Überleben ringt, in vielen Ländern ist es aber auch ein Weg unbequeme Wahrheiten auszusprechen und sich politisch zu wehren.“ Mit diesen Worten hat der Präsident des deutschen ITI-Zentrums, Joachim Lux, auf die besondere Bedeutung des Welttheater-Tages hingewiesen. Gerade in Europa erinnere der Tag daran, dass „Kultur und Theater ein hohes verteidigenswertes Gut“ seien, sagte der ITI-Präsident heute im Hinblick auf den diesjährigen Welttheater-Tag am Dienstag kommender Woche.

    Als globale Initiative wird der Welttheater-Tag seit 1961 am 27. März begangen, dem traditionellen alljährlichen Eröffnungstag des Festivals "Theater der Nationen" in Paris. Seitdem sind es alljährlich international renommierte Theaterleute, die zu diesem Anlass Botschaften verbreiten, in denen sie sich mit Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen.

    Anlässlich seines 70jährigen Bestehens sind es 2018 fünf Autor*innen, mit dem der Weltverband des Internationalen Theaterinstituts in besonderer Weise den Kulturen übergreifenden und verbindenden Charakter unterstreicht. Die diesjährigen Botschafter*Innen sind Werewere Liking (Elfenbeinküste), Maya Zbib (Libanon), Ram Gopal Bajaj (Indien), Simon McBurney (Großbritannien) und Sabina Berman (Mexiko), die ihre Wurzeln in Afrika, in den Arabischen Staaten, in der Region Asien-Pazifik, in Europa sowie in Süd-, Mittel- und Nord-Amerika haben.

    Die fünf Botschaften zum Welttheater-Tag 2018 können in deutscher Übersetzung – einschließlich biografischer Angaben – auf den Seiten des deutschen ITI-Zentrums (https://www.iti-germany.de/ueber-uns/welttheatertag-und-welttanztag/welttheatertag-2018/) eingesehen werden. Im letzten Jahr war die französische Theater- und Filmschauspielerin Isabelle Huppert Botschafterin zum Welttheatertag 2017.

    Für Ihre Nachfragen:

    info(at)iti-germany.de

    +49 (0) 30 6110765 - 0

     

     

  • Theatersammlungen und -archive in Berlin: "Besorgniserregende Situation" (12.03.2018)

    Theatersammlungen und -archive in Berlin: "Besorgniserregende Situation" (12.03.2018)

    Dringlichkeitskatalog notwendiger Maßnahmen in Vorbereitung

    Als "besorgniserregend" hat der Runde Tisch Berliner Theaterarchive die Situation von Theaterarchiven und -sammlungen in der Stadt bezeichnet. Es bestehe ein "immenser Handlungsdruck", um die reichhaltigen, über die Stadt und diverse Institutionen verstreuten Bestände "systematisch zu bewahren, zu ordnen und für die Zukunft zu sichern", sagte Thilo Wittenbecher vom deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) stellvertretend für den Runden Tisch heute. Mit Blick auf die Theaterbestände Berlins jedenfalls biete der morgige Tag der Archive Anlass, auf dieses Problem verstärkt aufmerksam zu machen.

    Eine Umfrage, die der Runde Tisch zur Situation der Archive und Sammlungen an Berliner Theater- und Opernhäusern vorgenommen hat, besagt, dass fast 90 % aller großen Theaterhäuser, Privattheater und Produktionshäuser Sammlungen aufbewahren, darunter auch Bestände, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Bei den Material- und Objekttypen, die gesammelt werden, handelt es sich um Fotografien, Plakate sowie unikales Material wie Produktionsunterlagen, filmische Dokumentationen, Regiebücher oder Bühnenbildzeichnungen.

    Aus den Rückläufen der Befragung ergibt sich auch, dass rund zwei Drittel der Institutionen keine Arbeitszeit für die Sammlungen aufwenden können und dass an den befragten Spielstätten lediglich 15 % der Bestände elektronisch erfasst sind. In knapp 80 % der Fälle kann ein geregelter Zugang für Interessierte zu den Beständen nicht gewährleistet werden.

    "Das archivarische Tagesgeschäft: kontinuierliches Erfassen, Verzeichnen, Pflegen und Digitalisieren der Bestände, liegt mangels finanzieller und personeller Ressourcen an der Mehrzahl der Berliner Theater- und Opernhäuser weitestgehend brach. An Besucherpflege und wissenschaftliche Begleitung von Rechercheprozessen ist hier gar nicht zu denken", bewertet Thilo Wittenbecher die vorliegenden Zahlen.

    Als Sofortmaßnahme erforderlich ist aus Sicht des Runden Tisches, für die Sicherung besonders gefährdeter Dokumente und Bestände an Theatern möglichst bald Projektmittel zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus votiert der informelle Verbund für eine strukturelle Stärkung der Theaterarchive und der Institutionen in der Stadt, die für die Theaterüberlieferung Verantwortung tragen, darunter das Landesarchiv, die Stiftung Stadtmuseum und die Akademie der Künste.

    Um allerdings einen umfassenden und detaillierten Überblick über die Gesamtsituation theaterbezogener Sammlungsbestände in der Stadt zu erhalten, müssen weitere Recherchen zu Bedarfen und Ressourcennotwendigkeiten der Theater-Archive vorgenommen werden. Eine enge Abstimmung mit der Berliner Senatskulturverwaltung ist dafür in Vorbereitung, um gemeinsam konkrete Schritte für die Unterstützung der Theaterarchive zu planen und die Vernetzung mit den verantwortlichen Gedächtnisinstitutionen in der Stadt zu stärken.

    Für Ihre Nachfragen: Thilo Wittenbecher, ITI Deutschland, t.wittenbecher@iti-germany.de, Tel: 030 611076525

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  • Christophe Slagmuylder wird Programmdirektor von Theater der Welt 2020 (26.02.2018)

    Christophe Slagmuylder wird Programmdirektor von Theater der Welt 2020 (26.02.2018)

     

    Der belgische Kurator Christophe Slagmuylder wird Programmdirektor von Theater der Welt 2020. Das haben das Internationale Theaterinstitut (ITI) und das Düsseldorfer Schauspielhaus am Montag gemeinsam entschieden. Das Festival findet vom 14. bis 31. Mai 2020 in Düsseldorf statt. Initiiert wird Theater der Welt alle drei Jahre vom ITI. Veranstalter ist das Düsseldorfer Schauspielhaus, dessen Generalintendant Wilfried Schulz gemeinsam mit Programmdirektor Christophe Slagmuylder die Festivalintendanz bildet.

    Mit Christophe Slagmuylder übernimmt einer der international profiliertesten Festivalkuratoren die Programmgestaltung von Theater der Welt. Derzeit leitet der Belgier noch das Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, weltweit eines der bedeutendsten Festivals für zeitgenössische Künste. Ab Sommer 2018 beginnt Slagmuylder mit ersten Vorbereitungen für das Festival Theater der Welt in Düsseldorf.

    „Festivals sind besondere Orte. Sie können es sich erlauben, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen. Sie bieten eine außergewöhnliche Erfahrung der Gegenwart, indem sie Künstler und künstlerische Arbeiten aus verschiedenen Teilen der Welt auf Zeit zusammen bringen. Sie eröffnen die Möglichkeit, die Zukunft zu denken indem sie den Austausch von Ideen befördern. Ich freue mich darauf, einen solch inspirierenden Raum in der Stadt Düsseldorf schaffen zu können.“, Christophe Slagmuylder, Programmdirektor „Theater der Welt“

    Der gebürtige Brüsseler Christophe Slagmuylder hat zeitgenössische Kunst studiert und visuelle Theorie gelehrt, bevor er zunächst als Produktionsleiter und später als Programmdramaturg tätig war. Seit 2002 arbeitete er im Programmteam des Kunstenfestivaldesarts dessen Gesamtleitung er 2007 von der belgischen Kuratorin Frie Leysen übernahm. Aus Brüssel kommend war Frie Leysen im Kulturhauptstadtjahr 2010 im Ruhrgebiet die erste internationale Kuratorin für Theater der Welt. Christophe Slagmuylder sorgt seither mit seiner programmatischen Arbeit dafür, dass das Kunstenfestivaldesarts bis heute ein künstlerisch wegweisendes Vorbild für viele Festivals weltweit ist, dessen Entdeckungen und Formate immer wieder neu ästhetische und intellektuelle Maßstäbe setzen.

    „Das Internationale Theaterinstitut ist sehr froh, dass es gelungen ist, mit Christophe Slagmuylder einen künstlerischen Kopf zu gewinnen, der für ein Europa ohne Grenzen steht, für ein Europa der Freiheit und gegen jeden politischen und kulturellen Protektionismus. Das ist genau das richtige Zeichen in der gegenwärtigen Großwetterlage. Wir brauchen nicht weniger Internationalität, sondern mehr - Düsseldorf kann sich glücklich schätzen!“, Joachim Lux, Präsident des ITI.

    „Die Zusammenarbeit mit solch einem eigenständigen, fordernden und international versierten Programmdirektor ist für mich eine große Freude. Christophe Slagmuylder entwirft für die Stadt Düsseldorf lustvoll ein Festivalkonzept, und für das Theater und den Ort des Festivals ist das eine riesige Chance. Wir wollen sie nutzen, Gegenwart und Zukunft des Theaters zu reflektieren.“, Wilfried Schulz, Generalintendant Düsseldorfer Schauspielhaus.

    Das Festival Theater der Welt des ITI ist eines der bedeutendsten internationalen Festivals der Darstellenden Künste in Deutschland. Es ereignet sich alle drei Jahre in einer anderen deutschen Stadt und wird jeweils von wechselnden Programdirektoren kuratiert. Rund 40 Theaterproduktionen aus allen Teilen der Welt und ein umfangreiches Rahmenprogramm geben einen Überblick über die Vielfalt zeitgenössischen internationalen Theaters und Kunstschaffens. Den besonderen Charakter dieses Festivals bildet dabei die Verbindung von herausragenden Theaterproduktionen für Gäste aus aller Welt mit künstlerischen und sozialen Einrichtungen und besonderen Orten der jeweils gastgebenden Stadt. Partner für Theater der Welt 2020 in Düsseldorf sind unter anderen tanzhaus nrw, FFT Düsseldorf und die Kunstsammlungen NRW.

    Erstmals fand das Festival Theater der Welt 1981 in Köln statt, begründet durch den damaligen Präsidenten des ITI Ivan Nagel. Finanziert wird das Festival 2020 gemeinsam zu jeweils einem Drittel durch den Bund, das Land NRW und die Stadt Düsseldorf und darüber hinaus durch erhebliche Drittmittel aus Wirtschaft und internationale Kulturinstitutionen. Die letzte Ausgabe von „Theater der Welt“ fand 2017 in Hamburg statt. Dort war das Düsseldorfer Schauspielhaus bereits mit seiner Produktion „In 80 Tagen um die Welt“ von Peter Jordan zu Gast.

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    Christophe Slagmuylder (Foto: Bea Borgers)
  • Übersetzer*innenwerkstatt des ITI im Rahmen des Mülheimer "Stücke"- Festivals (20.02.2018)

    Übersetzer*innenwerkstatt des ITI im Rahmen des Mülheimer "Stücke"- Festivals (20.02.2018)

    "Übersetzer*innen sind die Brückenbauer für den Dialog zwischen den Kulturen":

    19. Internationale Übersetzerwerkstatt Mülheim - Teilnehmer*innen aus 10 Ländern ausgewählt!

    Zusammen mit dem Mülheimer "Stücke"- Festival lädt das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) für die Zeit vom 25. Mai bis 03. Juni 2018 Übersetzer*innen und Theaterexpert*innen zur 19. Internationalen Übersetzerwerkstatt nach Mülheim ein.

    Die Teilnehmer*innen 2018 sind:

    - Zuzana Augustová (Tschechische Republik)

    - Gergana Dimitrova (Bulgarien)

    - Nevine Fayek (Ägypten)

    - Jacek Kaduczak (Polen)

    - Michèle Laliberté (Kanada)

    - Greg Liakopoulos (Griechenland)

    - Inga Rozentale-Peilloux (Frankreich/Lettland)

    - Miko Sakurai (Japan)

    - Natalka Sniadanko (Ukraine)

    - Monika von Moldoványi de Goyeneche (Chile)

     

    Das Stipendium des Goethe-Instituts für eine/n Expert*in aus internationaler Theaterpraxis, Kunst und Wissenschaft geht 2018 an Yena Gim (Südkorea).

    Seit 2017 findet die bis dahin biennale Übersetzerwerkstatt jährlich statt. "Mit dem Ausbau der Angebote für Übersetzer*innen will das ITI besonders diejenigen unterstützen, die als Brückenbauer entscheidend zur Verständigung und zum Dialog zwischen den Kulturen beitragen. Dabei soll der Blick nicht nur auf Europa gerichtet werden, angesprochen sind vielmehr Teilnehmer*innen aus aller Welt", sagte ITI-Direktor Thomas Engel. Diese Bemühungen werden durch das Goethe Institut unterstützt, das seit dem vergangenen Jahr Teilstipendien für Reise und Unterkunft vergibt.

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  • Pressemitteilungen 2017