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Die ITI Academy Fellows 2026 stehen fest

Mehr als 500 Künstler*innen und Theatermacher*innen haben sich für das ITI Academy Fellowship 2026 beworben. Wir freuen uns sehr, hier die zwölf ausgewählten Fellows bekannt zu geben!

Die ITI Academy Week findet vom 21. bis 28. Juni 2026 im Rahmen von THEATER DER WELT in Chemnitz statt. Während dieser Woche werden die Fellows Vorstellungen und Veranstaltungen des Festivals besuchen, mit Künstler*innen aus den ITI Academy LABs zusammenarbeiten und sich über Themen wie künstlerische Freiheit und Zensur, Praktiken kollektiver Fürsorge, faire Zusammenarbeit und Dekolonialisierung austauschen. Der Austausch, das Kennenlernen und Verstehen unterschiedlicher Perspektiven, Ästhetiken und Arbeitsmethoden steht im Mittelpunkt der ITI Academy Week.


Die Fellows der ITI Academy Week 2026

Awa Jalali ist eine iranische Tanzkünstlerin mit Wohnsitz in Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Embodiment, Sichtbarkeit und der Politik des Verschwindens und hinterfragt dabei die vorherrschenden Erwartungen an Präsenz und Spektakel. Durch ihre Performances schafft sie subtile Räume für kollektive Reflexion, in denen Stille, Zuhören und Zurückziehen zu leisen Gesten des Widerstands und zu Wegen werden, sich Arten der Koexistenz vorzustellen. 

Femi Adebajo ist ein nigerianischer Choreograf, Theaterregisseur und Kulturveranstalter mit Sitz in Lagos. In seiner künstlerischen Arbeit untersucht er die Beziehung zwischen Körper, Erinnerung, Ritual und dem heutigen Leben mittels Bewegung, Film und Performance. Ausgehend von traditionellen Formen und experimenteller Choreografie beschäftigt sich seine Arbeit mit Themen wie Identität, Klimafragen, Macht, Migration und den sozialen Realitäten des städtischen Lebens. Er ist Gründer von Choreo Cinema World, Festivaldirektor des Artist Crossroad Festivals sowie Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Future of Dance Company 

Gisemba Ursulas künstlerische Praxis entfaltet sich in kollaborativen, performativen Texten, immersiven Audioarbeiten und experimentellen Filmen. Ausgehend von der Dekonstruktion der Darstellungsweisen schwarzafrikanischer Weiblichkeit, erforscht ihre Arbeit kritisches Erzählen und experimentelle Formen. A SONG FOR ALICE: SOLDIER`S LAMENT (2003) entstand während Gisembas Aufenthalt in der Villa Waldberta im Rahmen des Artist-in-Residence-Programms der Stadt München im Jahr 2023. Durch diesen Aufenthalt entstand die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Münchner Theatertexter*innen, eine kreative Partnerschaft, die bis heute anhält. 

Hamzeh Abu Alganam ist ein jordanischer Theaterregisseur und Performer, der an der Schnittstelle zwischen psychophysischer Praxis und zeitgenössischem Improvisationstheater arbeitet. In seinen Arbeiten untersucht er den Körper als dramaturgisches Instrument, drückt psychologische Zustände durch Bewegung, Rhythmus und räumliche Komposition aus und setzt sich mit Themen wie Spannung, Enge und kollektiver Präsenz auseinander. Ausgebildet in psychophysischen Methoden an der Sharjah Performing Arts Academy, schließt er derzeit sein Bachelorstudium in Darstellender Kunst an der Universität von Jordanien ab und absolviert ein Praktikum beim Goethe-Institut. 

Melisa Stocco ist Dramatikerin, Dramaturgin, Forscherin und Hochschuldozentin und lebt in Esquel, Argentinien. Sie ist Gründungsmitglied des unabhängigen Theaterkollektivs „El Jardín Teatro Laboratorio“ und fungiert als eine der künstlerischen Leiterinnen des Theaterfestivals des Kollektivs, dem „Jardín Teatro Fest“. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen künstlerischem Schaffen, gemeinschaftsorientierten Prozessen und Forschung. In ihrer Theaterarbeit beschäftigt sie sich mit Fragen des sozialen Gedächtnisses, des Geschlechts, des mehr-als-menschlichen und der Umweltgerechtigkeit als miteinander verflochtenen künstlerischen und politischen Anliegen. 

Pavlo Koval ist ein ukrainischer Theatermacher, Dramatiker, Regisseur und Produzent in Kiew. In der freien Theaterszene tätig konzentriert er sich auf psychologische und experimentelle Formen. Auf der Lebenserfahrung der Ukraine in Kriegszeiten aufbauend, beschäftigt sich seine künstlerische Arbeit mit den Themen Krieg, Erinnerung, Trauma und Schweigen. Durch minimalistische und emotional präzise Erzählkunst schafft er Inszenierungen, die zur Reflexion, zum Dialog und kollektivem Erleben einladen. Pavlo ist Gründer und künstlerischer Leiter des Bentegy Theatre, sowie als Produzent beim Experimental Theatre Club NASHi, tätig. 

Paweł Bernadowski ist ein freier Theatermacher, Schauspieler, Regisseur, Dramatiker und Vermittler kreativer Prozesse. Er absolvierte sein Schauspielstudium an der AST National Academy of Theatre Arts in Krakau. In seiner Arbeit konzentriert er sich auf die tragikomischen Aspekte des Alltags. Er arbeitet vorwiegend im Bereich des Non-Fiction-Theaters und interessiert sich für die unsichtbaren Systeme, die unser Leben still und leise organisieren. Derzeit widmet er einen Großteil seiner Aufmerksamkeit der Spekulation – die er als vollwertiges kreatives Material behandelt. 

Ronja Oehler studierte Schauspiel an der HMT Leipzig und ist seit der Spielzeit 2023/24 Ensemblemitglied am Theater Bielefeld.  Sie arbeitet eng mit der Maskentheatergruppe Compania Sincara. In eigenen Arbeiten beschäftigt sie sich mit ihrer Sozialisation als „Nachwendekind“ und den Umbrüchen von 1989/90. Daraus entstand u. a. der Beitrag „Um unsere Träume ein Bauzaun“ für Theater der Zeit. 2024 war sie mit Gesa Schermuly beim Kunstfestival Begehungen in Chemnitz eingeladen. 

Sarah Almoneem ist eine syrische Tänzerin, Choreografin und Performerin, die in Beirut, Libanon lebt. Als Absolventin des Instituts für Darstellende Künste in Damaskus (2019) arbeitet sie zwischen Damaskus und Beirut und absolviert derzeit einen Masterstudiengang in Schauspiel an der libanesischen Universität. Zu ihren Werken zählen „There“ (2023) und „Between the Teeth“ (2025). Verwurzelt im zeitgenössischen Tanz bewegt sich ihre Praxis zwischen Choreografie und Performance und erforscht den Körper als politisches und emotionales Archiv. Durch Bewegung untersucht sie Fragen der Präsenz, der Erinnerung und der Zugehörigkeit. 

Shauna Harris ist eine irisch-jamaikanische Schauspielerin, Autorin und Vermittlerin, die in Dublin, Irland, lebt und in den Bereichen Theater, Film, Jugendarbeit und Community tätig ist. Aufgrund ihres Hintergrunds im Bereich Sozialgerechtigkeit hat Shauna ein besonderes Interesse an kreativer Arbeit, die sich mit Engagement für soziale Belange verbindet. Der rote Faden, der sich durch ihr gesamtes Schaffen zieht, sind Sichtbarkeit und Verbundenheit. 

Ting Huyan, wohnhaft in Chengdu und Peking, ist Dramaturgin, Regisseurin, Performerin, Autorin und Vermittlerin. Sie entwickelt langfristige, sozial engagierte Theaterprojekte mit marginalisierten Gruppen, die von struktureller Bildungsungleichheit betroffen sind. Aus feministischer Perspektive versteht sie Theater als einen Raum für kollektive Fürsorge und Widerstand und beschäftigt sich mit Themen wie geschlechtsspezifischer Arbeit und Care-Arbeit. Im Jahr 2024 war sie Mitbegründerin von WhichWitch, einem feministischen Theaterkollektiv, das von vier Künstlerinnen der Generation Z in Chengdu ins Leben gerufen wurde.  

Youtaek Hwang ist ein Theaterdirektor aus der Republik Korea. Er erschließt neue Horizonte der Performance an der Schnittstelle von darstellender Kunst, Technologie und Kulturproduktion. Derzeit leitet er das multidisziplinäre Kunstkollektiv „THE STRANGER“ und setzt seine Arbeit zu post-theatralischen Formen, technologischer Konvergenz und Grenzen fort. Seit 2021 erforscht er die koreanische DMZ und die Grenze zwischen den USA und Mexiko und beschäftigt sich mit verschiedenen Formen nationaler Grenzen. 


Die Künstler*innen der ITI Academy Labs (2024–2025):

Alex D. Loo ist Aktivistin und setzt sich für ein würdevolles Leben und die Menschenrechte von Frauen und gender non-conforming Menschen in Peru ein. Sie ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin von „Bomba Cuir“, einem artivistischen Percussion-Ensemble, sowie von „AFFIDARE“, einem feministischen Kollektiv. Kürzlich half sie bei der Organisation der 1. Konferenz zu Musik und Gender in Lima und trat dort als Rednerin auf. Sie hat einen Master in Linguistik (Universität Leicester, Großbritannien) und studierte außerdem Kulturanthropologie, Grafikdesign und Pädagogik in den USA und Peru. Sie verdient ihren Lebensunterhalt als Universitätsprofessorin, Übersetzerin, Forscherin und Beraterin. 

Deepika Arwinds Arbeit befasst sich damit, eine emotionale Landkarte des Sozialen und Politischen zu zeichnen, die sich mit dem Erlebten und Persönlichen überschneidet. Sie ist Schriftstellerin, Performerin und transdisziplinäre Künstlerin und lebt zwischen Berlin und Bangalore. Ihre Arbeiten wurden auf mehreren Kontinenten aufgeführt und veröffentlicht. Das geschriebene Wort und dessen vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten ist der Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis. Ihr Debütroman “Good Arguments” wird 2026 veröffentlicht werden (Simon & Schuster India) und ihr Theaterstück Phantasmagoria (zuvor in London produziert), wird in Bern aufgeführt. 

Dora Yuemin Cheng, Theaterautorin und Theaterarbeiterin, arbeitet und lebt in Berlin und Nanjing. Geboren und aufgewachsen in China, absolvierte sie ihren Bachelor in Dramatisches Schreiben an der Shanghai Theatre Academy und ihren Master in Visual Language of Performance am Wimbledon College of Art. Sie schreibt auf Deutsch, Englisch und Chinesisch.
In ihren mehrsprachigen und mehrdimensionalen Stücken geht es stets um die Entwicklung und Neudefinition des weiblichen und queeren Selbstbewusstseins, sowie um die sich verschiebende Grenze zwischen verschiedenen Definitionen von Realitäten mit philosophischen Mitteln. 

Gerald Odil Ronnie ist Kurator*in, Produzent*in und multidisziplinäre/r Künstler*in, dessen Arbeit queere Perspektiven, afro-futuristischen Manifestationen und regenerativen Praktiken umfasst, die die Gemeinschaft und gemeinschaftliche Fürsorge in den Mittelpunkt stellen. They ist Gründungsmitglied des queeren Künstlerkollektivs Anti-Mass, einem Kunstkollektiv mit Sitz in Kampala, Uganda. Gerald ist Kurator*in bei Projekten wie dem KLA ART21, Ugandas einzigem öffentlichen Kunstfestival, das von 32° East|Ugandan Arts Trust produziert wird und außerdem Absolvent*in des Curatorial Intensive 2022 der Independent Curators International. Derzeit lebt Gerald im Exil und studiert deren künstlerische Praxis in München, Deutschland. 

Lloyd Nyikadzino ist Theaterschaffender, Dozent, Kolumnist und Kulturmanager. Er hat mit Theater- und Non-Profit-Organisationen an verschiedenen Projekten gearbeitet, die sich mit gesellschaftlichem Engagement und Transformation durch Theater befassen. Er ist Gründungsgeschäftsführer der Zimbabwe Theatre Academy und Gründer des Mitambo International Theatre Festival. Lloyd ist Mitglied des Executive Council des ITI-Weltverband und lehrt am Institut für Kreative Medien und Kommunikation der Universität Simbabwe, wo er eine Brücke zwischen akademischer Forschung und praktischer Theaterarbeit schlägt.  

Sara Amini ist Performerin, Sängerin und künstlerische Leiterin des Seemia Theatre. Die aus dem Iran stammende und heute in London lebende Künstlerin studierte Theaterregie an der Universität Teheran und Performance Making an der Goldsmiths University of London. Seit der Gründung des Seemia Theatre hat sie preisgekrönte Werke geschaffen, die international aufgeführt wurden, und an verschiedenen Spielstätten wie der Royal Shakespeare Company, dem Camden People’s Theatre und dem Arcola Theatre Regie geführt oder als Regieassistentin mitgewirkt. Derzeit entwickelt sie neue Tournee- und Community-basierte Produktionen in ganz Großbritannien. Derzeit ist sie als Kuratoriumsmitglied beim Artsdepot und am Gate Theatre in London tätig.