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Die Preisträgerin des ITI-Preis 2026 steht fest

Zum WELTTHEATERTAG verkündet das Internationale Theaterinstitut – Zentrum Deutschland (ITI) die diesjährige Preisträgerin des ITI-Preis 2026: Theatermacherin Nicoleta Esinencu

Der Preis wird am 26. Juni im Anschluss des Stücks Memory Distortion. M I X T A P E der Regisseurin mit dem Kollektiv teatru-spălătorie im Rahmen von THEATER DER WELT 2026 in Chemnitz verliehen. Die Wahl der Preisträgerin erfolgte auf Basis einer Shortlist, die den Mitgliedern des ITI zur Abstimmung vorgeschlagen wurde. 


 

“Today is WORLD THEATRE DAY. I’m supposed to give a message of celebration, but I must tell you, there is nothing to celebrate. We live in a time when militarization replaces culture. We are about to have more drones than bees on our planet,” so Esinencu in ihrer Videomessage zum Welttheatertag. 

Nicoleta Esinencu ist Regisseurin, Autorin und Performerin aus der Republik Modau. Mit dem Performance Kollektiv teatru-spălătorie trägt sie seit mehr als 15 Jahren maßgeblich zum kulturellen Austausch mit Osteuropa bei.

Vor 17 Jahren wurde die Regisseurin erstmals in Deutschland mit FUCK YOU, Eu.ro.Pa! bekannt, einem wütenden Monolog, der in ihrer moldawischen Heimat eine politische Kontroverse auslöste. Ihre Stücke zeichnen sich durch eine drastische Sprache aus. An ihrem Sound nehmen viele in Moldawien Anstoß. Und an den Themen, die sie auf die Bühne bringt: an der unaufhörlichen Arbeitsmigration, am gesellschaftlichen Tabuthema Homosexualität und damit verbundenen Diskriminierungserfahrungen, an der Korruption, an der Selbstbedienungsmentalität von neureichen Oligarchen und ehemals kommunistischen Funktionären, an der Benennung der schwierigen Beziehung zwischen der Republik Moldau und der EU. Nicoleta Esinencu verbindet dabei das Dokumentarische mit dem Poetischen und übersetzt akribisch recherchierte Fakten in eine dichte, rhythmische Sprache. 

Die Regisseurin war 2019 u.a. Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. 2022 erhielten sie und teatru-spălătorie den internationalen Tabori Preis. Sie verbindet eine mehr als zehnjährige Zusammenarbeit mit dem HAU Hebbel am Ufer.

Bild © Christoph Voy
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