Hindernisse im Kulturaustausch

Thomas Engel, Direktor des deutschen ITI-Zentrums, erinnert aus Anlass des Welttheatertages 2017 an die Hindernisse im kulturellen Austausch:

"Internationale Organisationen wie Freemuse verzeichnen weltweit einen rapiden Anstieg der Angriffe auf Künstler und ihre Arbeit. Im letzten Jahr hat sich allein die Zahl der registrierten Fälle mehr als verdoppelt – und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Kulturaustausch ist angesichts lauter werdender Forderungen nach nationaler Abschottung keine Selbstverständlichkeit mehr.

Wir fordern zwar aus unseren westeuropäischen Demokratien heraus weltweit das Recht auf freien künstlerischen Ausdruck und Europa hat sich mit der UNESCO Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt zur Vorzugbehandlung von Schwellen- und Entwicklungsländern im kulturellen Austausch verpflichtet. Warum aber gibt es immer noch kein Programm, verfolgten Theaterkollektiven in Deutschland sichere Anlaufpunkte für ihre Arbeit zu bieten und warum verhindert immer öfter eine restriktive Visapolitik den lebendigen Dialog mit Künstlern aus Krisenländern des globalen Südens?"