ITI - Deutschland
Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts
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Internationale Übersetzerwerkstatt Mülheim

Podiumsdiskussion "Fremd und vertraut" Foto: Alexander Viktorin

Von Mai bis Juni lädt das Internationale Theaterinstitut (ITI Deutschland) zusammen mit den Mülheimer Theatertagen zur inzwischen jährlich stattfindenden Übersetzerwerkstatt nach Mülheim an der Ruhr ein. Die Übersetzerwerkstatt ist neben einer Textschmiede auch ein Ort der Begegnung um Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die eigene Arbeit aufzunehmen. Die teilnehmenden Übersetzer*innen können nicht nur mit literarischen Material arbeiten, sondern auch die theatrale Variante zeitgenössischer Dramentexte auf dem Festival erleben.

 

„Die Arbeit von Übersetzer*innen ist eine sehr einsame Tätigkeit. Aber gerade hier in Mülheim konnten wir über dieselben Texte diskutieren. Die Tatsache, dass wir alle verschiedene Sprachen sprechen, bzw. in verschiedenen Sprachen übersetzten, komplizierte die Situation gar nicht. Ganz im Gegenteil führte sie zu einer vielfältigen Diskussion und zu gegenseitigen Bereicherung.“ (Eine Teilnehmerin* 2017)

 

Das Mülheimer „Stücke“ - Festival eignet sich optimal als Plattform für deutschsprachige, zeitgenössische Gegenwartsdramatik. Für die eingeladenen Übersetzer*innen ist die Werkstatt daher eine einmalige Chance nicht nur aktuelle Theaterproduktionen zu sehen, sondern auch in einen Dialog mit den anwesenden Dramatiker*innen und Regisseur*innen zu treten.

Zeitgenössische Theaterformen befinden sich in rasantem Wandel, da sich ihre Formen und Facetten, vor allem durch die Textexperimente und den Wagemut junger Dramatiker*innen, stets verändern. Aus diesem Grund ist der Austausch nicht nur zwischen Autor*innen und Übersetzer*innen unverzichtbar, sondern auch der mit der Regie, welche sich den modernen Formen der Dramatik annimmt. Um die Plattform des Austauschs lebendig zu erhalten werden zu den Seminaren der Übersetzerwerkstatt Expert*innen aus Theorie und Praxis der nationalen und internationalen Theaterarbeit eingeladen. Um die Diskussionen und Themen zugänglich zu machen findet zusätzlich für alle Interessierten eine öffentliche Veranstaltung statt.

 

„Der dramatische Text ist ein Ausgangspunkt für multiple Aufführungsformen, und zwar nicht nur in Form von Übersetzungen, sondern bereits im Original. Theaterautor*innen scheinen nicht so an den Worten bzw. eigenen Formulierungen zu hängen, wie es Lyriker*innen oder auch Romanciers tun. Die Freiheit, mit der Regisseur*innen mit Texten umgehen, geht weit über die Freiheiten hinaus, die sich Übersetzer*innen selbst erlauben. Dies gibt uns natürlich nicht einen Blankoscheck, aber doch die Erlaubnis, eine persönliche Deutung des Textes als eine Variante unter anderen zu erarbeiten. So macht die Übersetzung ein weiteres Glied in der Kette der Interpretationen aus. (Eine Teilnehmerin* 2017)