ITI - Deutschland
Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts

Bert Neumann in Prag geehrt (12.06.2019)

Preis für deutschen Beitrag zur 14. Prager Quadriennale

Am Dienstagabend wurden in Prag die Preise der Prager Quadriennale, der weltgrößten Ausstellung für Bühnen- und Performance-Design, vergeben. Mit dem Spezialpreis der Jury wurde der deutsche Beitrag ausgezeichnet. „Service / No Service“ ist eine Hommage an Bert Neumann, den 2015 verstorbenen Chefbühnenbildner der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Die Auszeichnung sei die „Würdigung eines radikalen Gestalters“, dessen Arbeit an der Schnittstelle zwischen Theater und Architektur an seinem Theater und weltweit prägende Spuren hinterlassen habe, heißt es in der Begründung internationalen Jury.

Kuratiert wurde der PQ-Beitrag, der Kernelemente von Bert Neumanns Arbeiten visualisiert, von Lenore Blievernicht und Christiane Kues aus dem Nachlass von Bert Neumann. Neumann selbst verband mit der tschechischen Metropole ein langjähriger Austausch, bereits 1991 war er an der Gruppenausstellung zur PQ beteiligt.

„In gewisser Weise ist Bert Neumann wieder hier und ich freue mich, dass die PQ ihm diesen Beitrag im Innen und Außenraum ermöglicht hat. Ich danke allen Sponsoren und allen Ermöglichern und Mitstreitern, die uns unterstützt haben.“  (Lenore Blievernicht-Neumann)

Zur Ausstellung erschien die gleichnamige Publikation Bert Neumann Service / No Service Vol.1, gestaltet von Leonard Neumann (LSD Berlin), mit Beiträgen von Jonathan Meese und René Pollesch.

“Die Bundesrepublik Deutschland gehörte 1967 zu den Initiatoren der PQ. Nach einer langen unklaren Finanzierungslage haben das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut, die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien sowie die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin den deutschen Beitrag für die Prager Quadriennale gefördert. Diesem erstmals gemeinsamen Kraftakt beider Bundesinstitutionen und des Landes im Jubiläumsjahr des deutschen Mauerfalls gilt unser Dank ebenso wie dem Deutschen Bühnenverein für seine Unterstützung.” (Thomas Engel, Direktor des ITI Zentrums Deutschland)

Das ITI Zentrum Deutschland, das zusammen mit dem Bund der Szenografen den Beitrag auf den Weg gebracht hatte, übernahm wie schon 2007 und 2011, federführend die Produktion. Weiterer Projektpartner war die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Hier entstand unter der Leitung von Prof. Kattrin Michel der deutsche Beitrag in der Studentensektion der PQ.

„Die Auszeichnung zeigt uns, dass die großen Anstrengungen durch das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut, durch die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien und durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin und die Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins richtig und notwendig waren. Und es lässt uns hoffen, dass sich die genannten Akteure durch den Preis darin bestätigt sehen, auch zukünftig eine Beteiligung Deutschlands bei der Prager Quadriennale zu ermöglichen.“ (Oliver Proske, Bund der Szenografen)

Die 14. Prager Quadriennale präsentiert noch bis Sonntag die Ausstellungen von 70 Ländern mit über 800 internationalen Künstlern. Die Goldene Triga, die höchste PQ-Auszeichnung, ging dieses Jahr an Mazedonien.

Pressefotos zur freien Verwendung: https://www.iti-germany.de/projekte/prager-quadriennale/

Pressemeldung der PQ: https://www.pq.cz/2019/06/12/prague-quadrennial-awards-2019/

Weitere Informationen: www.iti-germany.de

Prager Quadriennale – Der Countdown läuft (28.05.2019)

 

Prager Quadriennale – Der Countdown läuft

Die Prager Quadriennale (06. bis 16. Juni), weltweit größte Plattform für Szenografie, rückt näher, … auch 2019 wieder mit einem interessanten und breit gefächerten Programm aus Deutschland.

Wir möchten Sie über die Präsentation auf der Quadriennale und das Rahmenprogramm informieren und Ihre Fragen beantworten. Wir laden Sie, Vertreter*innen von Presse, Funk und Fernsehen, deshalb herzlich zu einem Pressefrühstück am 6. Juni um 10:00 Uhr in Anwesenheit von Lenore Blievernicht und Christiane Kues, den Kuratorinnen des deutschen Beitrags, ein.

Sie werden Ihnen die Installation – eine Retrospektive der Arbeit des legendären Bühnenbildners der Berliner Volksbühne Bert Neumann - vorstellen und für Ihre Fragen und weitere Interviews zur Verfügung stehen.

Für das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI), Produzent des deutschen Beitrages zur Prager Quadriennale 2019, nimmt Direktor Thomas Engel teil. Das Goethe Institut wird vertreten sein durch Angelika Ridder, Leiterin des Goethe Institut Prag.

Das Pressefrühstück findet auf Deutsch und Tschechisch statt (Übersetzung).

Bestätigen Sie bitte Ihre Teilnahme und ggf. den Wunsch nach einem gesonderten Interview im Anschluss an die Pressekonferenz bis zum 31. Mai per E-Mail an Tomáš Moravec: tomas.moravec(at)goethe.de.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse und auf Ihre Teilnahme!

 

Thema: Pressefrühstück. Deutsches Programm auf der Prager Quadriennale 2019

Ort: Prager Quadriennale, Ausstellungsgelände Holešovice, Prag 7

Zeit: 06 Juni 2019, 10:00 Uhr

Teilnahmebestätigung bitte bis zum 31. Mai 2019 an tomas.moravec(at)goethe.de

Für Ihre Nachfragen: Thomas Engel (info(at)iti-germany.de), Fon +49(0)1772182569

Kontakt: Tomáš Moravec, Goethe-Institut, +420 721 434 624, tomas.moravec@goethe.de |

www.goethe.de/praha

 

 

 

Gefördert durch das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut, die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins. Produziert vom ITI Zentrum Deutschland

Ägyptischem Schauspieler wird Visum für Deutschland verweigert (17.05.2019)

 

Moustafa Farag El Banna sollte beim Festival EXCHANGES auf Kampnagel spielen

Erneut muss eine Theaterkooperation zwischen der Theaterwerkstatt Hannover und einem Ensemble aus Alexandria auf einen der ägyptischen Schauspieler verzichten, weil ihm das deutsche Konsulat das Einreisevisum verweigert. Moustafa Farag El Banna hätte am Samstag auf Kampnagel in dem Stück Stück „For Heaven’s Sake, Icarus!“ im Rahmen des Festival XCHANGES spielen sollen. Das Festival präsentiert Arbeiten, die in den vergangenen Jahren im Programm Szenenwechsel der Robert-Bosch-Stiftung entstanden sind, mit dem Kooperationen zwischen der Freien Szene in Deutschland und Künstler*innen aus Nordafrika und Osteuropa gefördert wurden. Auch zur Hannover-Premiere der Produktion im Februar bekamen nur zwei der vier ägyptischen Ensemblemitglieder ein Einreise-Visum für Deutschland. Als Grund wurde den beiden unverheirateten Studierenden ohne nennenswertes Vermögen eine negative Rückkehrprognose genannt. „For Heaven’s Sake, Icarus!“, eine Inszenierung der theaterwerkstatt hannover, wurde im vergangenen Jahr von einem ägyptischen Team um den Regisseur Ahmed Ezzat Elalfy in Ägypten auf Arabisch neu umgesetzt. Neben der Einladung zu Kampnagel, war auch ein Gastspiel am Grips-Theater in Berlin im Juni geplant. Erst heute sollte der Visumsantrag des Schauspielers Moustafa Farag El Banna im deutschen Konsulat in Alexandria beschieden werden, weil dort zunächst dessen Pass verlegt worden war. Trotz bereits gebuchter Flüge, zahlreicher Schreiben über das Projekt und entsprechende Einladungen listet der Ablehnungsbescheid den Mangel an Unterlagen zur „Verwurzelung im Heimatland“ auf und stellt fest, dass der Antrag zu kurzfristig eingereicht wurde und somit „der Reisezweck nicht mehr gegeben“ sei.

Das Team der Produktion protestiert gegen die ungleiche Behandlung der ägyptischen Künstler durch die Botschaft. Trotz identischer Unterlagen wurden drei Visa gewährt und der Visumsantrag von Moustafa Farag El Banna erneut abgelehnt.

Wie zahlreiche international arbeitende Kulturakteure sehen sich ITI und Kampnagel zunehmend mit einer restriktiven Visapolitik konfrontiert, die den politischen Beteuerungen zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit mit Ländern des globalen Südens entgegensteht und Künstler*innen an der internationalen Arbeit hindert, auch wenn dafür Fördergelder bewilligt wurden.

THEATERPREIS DES BUNDES: PREISTRÄGER AUSGEWÄHLT. Preisverleihung und Tagung „Theater im Dialog mit der Stadtgesellschaft“ in Gera (24.04.2019)

Die Jury hat entschieden: Elf Theater werden mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Neben der bundesweiten Aufmerksamkeit bedeutet dies 75.000 € für künstlerische Vorhaben, die jedem Theater zukommen.


Die Preisträger sind:

 Theater Thikwa, Berlin
 Piccolo Theater, Cottbus
 Theater Erlangen
 Theaterwerkstatt Pilkentafel, Flensburg
 Boat People Project, Göttingen
 Oper Halle
 HELIOS Theater, Hamm
 Puppentheater Magdeburg
 Landestheater Schwaben, Memmingen
 Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim
 Theater Rampe, Stuttgart


Der Preis, der zum 3. Male vergeben wird, richtet sich an kleine und mittlere Theater, die mit ihrem kulturellen Angebot, mit Theaterproduktionen, Gastspielen und partizipativen Projekten, in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Vor allem auf Häuser jenseits der Metropolen, abseits der Theaterzentren sollte der Blick gerichtet werden. Und so sind unter den Preisträgern lediglich mit dem Theater Rampe (Stuttgart) und dem Theater Thikwa (Berlin) zwei Theater aus Städten mit mehr als 300.000 Einwohner*innen.

Die Preisverleihung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Theaterinstitut – Zentrum Deutschland (ITI) und wird am 27. Mai 2019 im Theater Gera (Gewinner des Theaterpreises 2017) stattfinden.

Begleitet wird die Preisverleihung von der Theater-Tagung „Dialog mit der Stadtgesellschaft“. Organisiert in Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein und dem Bundesverband Freie Darstellende Künste, bringt die Tagung Stadt- und Staatstheater, Gastspiel-Theater der INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) sowie freie Spielstätten und Theaterschaffende zusammen. Darunter auch Preisträger aller drei Theaterpreis-Jahrgänge 2015, 2017 und 2019.

Konzipiert mit unterschiedlichen Gesprächsformaten, bietet die Tagung vor allem die Möglichkeit, Erfahrungen aus der Programmgestaltung, aus partizipativen Projekten und dem Dialog mit dem Publikum auszutauschen. Ein Dialog, der die sich verändernden Strukturen der Stadtgesellschaft in den Blick nimmt und oftmals auch zur Frage nach der Veränderung der Strukturen im Theater selbst führt.

Mehr Informationen (auch Jury-Begründungen und Tagungsprogramm): www.iti-germany.de/foerderung-preise/theaterpreis-des-bundes-2019/.
Für Ihre Rückfragen: theaterpreis@iti-germany.de, Dorothea Lautenschläger und Michael Freundt (ITI), Tel. 030-611 07 65-23.

Ein Tag, der auch an den Schutz von Künstler*innen und die Meinungsfreiheit erinnert (26.03.2019)

ITI-Präsident Joachim Lux zum Welttheatertag am 27. März

Der morgen (Mittwoch, 27. März) stattfindende Welttheatertag ist nach Auffassung von Joachim Lux, Präsident des deutschen ITI-Zentrums, vor allem „eine Geste der Ermutigung für die Theaterkünstler*innen der Welt, die in den allermeisten Ländern unter enormem Druck stehen.“

Es fehle „fast überall an den ökonomischen Mitteln, um überhaupt nichtkommerzielles Theater zu machen, Künstlerinnen und Künstler üben ihren Beruf unter oft erbärmlichen Bedingungen aus.“ Zu den häufig entwürdigenden materiellen Rahmenbedingungen tritt Lux zufolge auch, dass sie „das Recht auf freie Meinungsäußerung und künstlerische Freiheit entbehren müssen, verhaftet werden oder mundtot gemacht werden.“ Lux verwies in diesem Zusammenhang auch auf Carlos Celdrán, Regisseur, Autor und Theaterpädagoge aus Kuba, der 2019 die Botschaft zum Welttheatertag [https://www.iti-germany.de/projekte/welttheatertag-und-welttanztag/botschaft-zum-welttheatertag-2019/] verfasst hat.

Als globale Initiative wird der Welttheater-Tag seit 1961 am 27. März begangen, dem seinerzeitigen Eröffnungstag des Festivals "Theater der Nationen" in Paris. Seitdem sind es alljährlich international renommierte Theaterleute, die zu diesem Anlass Botschaften verbreiten, in denen sie sich mit Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen.

Einer Umfrage des deutschen ITI-Zentrums zufolge macht die Mehrheit der Theater im deutschsprachigen Raum über die sozialen Netzwerke (facebook, Instagram, twitter), auf den eigenen websites, via Newsletter und/oder in anderen schriftlichen Veröffentlichungen auf den Welttheatertag aufmerksam. Vereinzelt, so die Angaben, verlesen Theater die diesjährige Botschaft zum Welttheatertag, die von Carlos Celdrán, Regisseur, Autor, Theaterpädagoge aus Kuba, stammt.

Darüber hinaus unternehmen einige Theater gesonderte Aktivitäten aus Anlass des Welttheatertages. Dazu zählen Werbeaktionen (Verlosung von Eintrittskarten, verbilligter Eintritt am 27. März, Werbung von Neu-Abonnent*innen für die kommende Spielzeitz 2019/2020), zum Teil im öffentlichen Stadtraum, oder etwa das Angebot einer kostenlosen Theaterführung.

Der ITI-Weltverband nimmt den Welttheatertag in einem Festakt morgen zum Anlass, im Teatro Vascello in Rom die Preisträger*innen des Nachwuchs-Wettbewerbs „Scrivere il Teatro“ (Theater schreiben) auszuzeichnen – eine Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem italienischen ITI-Zentrum, dem italienischen Bildungsministerium und der Accademia Amiata Mutamenti stattfindet. Am Abend ist vorgesehen, vor Beginn der Vorstellung von „Abitare la Battaglia” (Live the Battle, Consequences of Macbeth) die diesjährige Botschaft von Carlos Celdrán zu verlesen.

ITI-Umfrage zu Visa-Restriktionen für Künstler*innen (21.03.2019)

 

 

2017 muss die Theatergruppe KiNiNso Koncepts aus Nigeria ihr Gastspiel beim Kinder- und Jugendtheaterfestival Starke Stücke in Hessen wieder absagen; 2018 erhalten die Tänzer*innen des Ensembles Les pieds dans la mare von der Elfenbeinküste keine Visa; 2019 müssen zwei von vier Künstler*innen aus Ägypten für Aufführungen im Rahmen der von Szenenwechsel geförderten Kooperation in Hannover zuhause bleiben …

Einzelfälle oder System? Für den Direktor des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI), Thomas Engel, gibt es „deutliche Anhaltspunkte, dass die Zahl der Fälle, in denen Künstler*innen die Einreise nach Deutschland verweigert wird, in letzter Zeit zunimmt.“ Entsprechende Anträge würden, besonders bei jungen Künstler*innen, zunehmend unter Verweis auf die „fehlende positive Rückkehrprognose“ abgelehnt – ungeachtet dessen, ob es vertragliche Abmachungen gibt, künstlerische Begegnung oder Austausch aus öffentlichen Mitteln gefördert werden oder nicht. Institutionen, die Reise- und Aufenthaltskosten übernehmen und die Künstler*innen den Visabehörden in Einladungsschreiben ausführlich vorstellen, können immer weniger darauf bauen, dass die eingeladenen Künstler*innen auch tatsächlich und rechtzeitig die Reise nach Europa antreten dürfen. 

Eine systematische statistische Erfassung der Ablehnungsgründe bei Visaanträgen gibt es, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE (Drs. 18/12285) hervorgeht, bislang nicht. „Diese Leerstelle wollen wir füllen,“ kündigte Engel an und startet dazu heute eine deutschlandweite Umfrage. Über sie soll herausgefunden werden, in welchem Ausmaß der Austausch mit Künstler*innen von Visa-Restriktionen für den Schengenraum betroffen ist. Unter https://survey.iti-germany.de/index.php/756296, können Theater, Produktionshäuser, Institutionen, Festivals und Theatergruppen sich an der Umfrage beteiligen. 

Das ITI verspricht sich von dem Umfrageergebnis „fundierte Erkenntnisse über die Problemlage, die die Zusammenarbeit mit Künstler*innen insbesondere aus Afrika zunehmend belastet.“ Der von der Deutschen UNESCO-Kommission initiierte Dialog von Kulturinstitutionen mit dem Auswärtigen Amt über die Probleme der Visavergabe muss „dringend fortgesetzt und intensiviert“ werden. „Die jüngsten Fälle machen die Dringlichkeit deutlich, gemeinsam über Ursachen und mögliche Lösungen zu sprechen,“ so ITI-Direktor Thomas Engel.

Aus den Diskussionen im Rahmen der internationalen Konferenz POPmind [http://www.pop-mind.eu/], die heute in Rouen zu Ende geht, nimmt das ITI den Auftrag mit, stärkere Verbindungen zum Auswärtigen Amt und den Behörden der Bundesländer aufzubauen, um wie in Frankreich und den Niederlanden Visa-Problemfälle kurzfristig im Dialog mit Behörden und Botschaften lösen zu können.

Kontakt für Ihre Nachfragen:

a.zagorski(at)iti-germany.de

+49 (0) 30 6110765 - 0

 

Deutscher Beitrag zur Prager Quadriennale ehrt Bühnenbildner der Volksbühne Berlin (18.03.2019)

Der deutsche Beitrag zur diesjährigen Prager Quadriennale wird vom 05. – 16. Juni die Arbeit und Wirkung des Künstlers, Bühnen-und Kostümbildners Bert Neumann würdigen. Der Beitrag unter dem Titel SERVICE/ NO SERVICE (nach René Pollesch) wird von Lenore Blievernicht und Christiane Kues aus dem Nachlass der gemeinnützigen Bert Neumann Association kuratiert. Der 2015 verstorbene Künstler ist unter anderem besonders für seine Arbeiten an der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz, Berlin, bekannt.

Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, sagte dazu in Berlin: „Die Prager Quadriennale hat eine große Tradition. Deshalb freut es mich sehr, dass es gelungen ist, die Finanzierung des deutschen Beitrags in einer gemeinsamen Kraftanstrengung des Auswärtigen Amts, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Goethe-Instituts, des Landes Berlin und des Deutschen Bühnenvereins zu sichern. 30 Jahre nachdem Tausende Bürgerinnen und Bürger der DDR Zuflucht in der Botschaft der Bundesrepublik in Prag fanden, senden wir damit auch ein Signal der Dankbarkeit!“

Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters:
„Mit Bert Neumann ehren wir einen der wichtigsten und innovativsten Bühnenbildner und Raumkünstler des deutschen Theaters. In der Ära Frank Castorf war er der stilprägende Bühnenbildner der Berliner Volksbühne, hat aber auch weit über Berlin hinaus als erster Raumkünstler das gesamte Theaterschaffen im deutschsprachigen Raum beeinflusst. Mit seinen stets außergewöhnlichen Bühnen-Kunstwerken gelang es ihm, die Realität in immer überraschender Weise auf die Bühne zu bringen. Es ist ein schöner Erfolg, dass es mit unserer Unterstützung gelungen ist, auf der international bedeutendsten Plattform für Szenografie die erste Werkschau dieses Ausnahmekünstlers zu ermöglichen.“

Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa Berlin:
„Die Präsentation der unvergleichlichen und stilprägenden Arbeit Bert Neumanns auf der internationalen Plattform für Bühnenbild und Performance Design beleuchtet zum einen die essentielle Leistung der
Szenografie für das Theater im allgemeinen und würdigt den großen Bühnenbildner, der zusammen mit Frank Castorf eine Ära geprägt hat.“

Das Internationale Theaterinstitut ist Produzent des Projekts und kooperiert mit dem Bund der Szenografen. Weiterer Projektpartner ist die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Hier entsteht unter der Leitung von Prof. Kattrin Michel der deutsche Beitrag in der Studentensektion der PQ.

Die Prager Quadriennale ist die Weltausstellung für Szenografie und Performance Design. Die PQ findet seit 1967 alle vier Jahre statt und empfing in ihrer letzten Ausgabe 2015 über 180.000 Besucher. 67 Länder waren mit 150 Gruppen- und Einzelausstellungen 2015 in Prag vertreten. Deutschland (Ost wie West) hat mit seinen Beiträgen seit der Gründung zahlreiche Auszeichnungen und Preise gewonnen.

Für Ihre Nachfragen: a.zagorski(at)iti-germany.de oder +49 (0) 30 611076514

 

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ITI-Preis 2019 für das Ensemble von „Mittelreich“ und seine Regisseurin Anta Helena Recke (19.02.2019)

Das Ensemble von „Mittelreich“ und die Regisseurin Anta Helena Recke erhalten den diesjährigen Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI) für ihre Kopie der gleichnamigen Inszenierung von Anna-Sophie Mahler an den Münchner Kammerspielen.
Das ITI würdigt damit eine herausragende kollektive Intervention in die deutsche Theaterlandschaft. „Mit seiner genreübergreifenden Ästhetik ist „Mittelreich“ eine unübersehbare Arbeit an der Verfasstheit der Diversität hierzulande. Die Darsteller*innen von „Mittelreich“ und ihre Regisseurin haben mit ihrem zukunftsweisenden Projekt ein Stück Theatergeschichte geschrieben“, heißt es in der Begründung. Mit seinem Preis würdigt und unterstützt das deutsche ITI in den letzten Jahren insbesondere die internationale Arbeit jüngerer Künstler*innen. Der Termin der Preisverleihung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Liste aller bisheriger ITI-Preisträger*innen kann unter: https://www.iti-germany.de/index.php?id=76 eingesehen werden.


Mehr Information zum „Mittelreich“-Ensemble und Anta Helena Recke findet sich hier: https://www.iti-germany.de/index.php?id=226


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Theater übersetzen: 20. Internationale Werkstatt Mülheim 2019. Teilnehmer*innen stehen fest (15.02.2019)

 

Zehn international renommierte Übersetzer*innen werden vom deutschen ITI-Zentrum zusammen mit den Mülheimer Theatertagen NRW „Stücke 2019“ und dem Goethe-Institut für den Frühsommer 2019 zu einer achttägigen Begegnung nach Mülheim eingeladen. Die Ausgewählten, bei denen es sich um professionelle Dramatik-Übersetzer*innen handelt, die aus dem Deutschen in ihre jeweilige Muttersprache übersetzen, sind:

Aus der Türkei:    Dilek Altuntaş
Aus Spanien/Katalonien:Eduard Bartoll Teixidor
Aus der Ukraine:Larysa Fedorenko
Aus Spanien:Elba Lopéz Oelzer
Aus Finnland:Jukka-Pekka Pajunen
Aus dem Iran:Donya M. Rad
Aus den USA:Marc Silberman
Aus Portugal:Helena Topa
Aus Brasilien:Luciana Dabdab Waquil
Aus Russland: Tatjana Zborovskaya


Im Zentrum der Begegnung (Arbeitssprache: Deutsch), die zum 20. Male und seit 2017 im jährlichen Turnus stattfindet, steht die konkrete Arbeit der eingeladenen Übersetzer*innen an ausgewählten Texten, unterstützt durch den regen Erfahrungsaustausch mit Kolleg*innen und Autor*innen. Aktuelle Texte zeitgenössischer deutschsprachiger Autor*innen werden nicht nur als Literatur, sondern während des Festivals ebenso in einer Variante theatralischer Umsetzung erlebt. So entstehen Impulse für die Übersetzung und spätere Aufführung in den Heimatländern der Übersetzer*innen.

Die Werkstatt gewährt Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Gegenwartsdramatik, die Teilnehmer*innen können sich auch über Tendenzen im Bereich der Regie und über strukturelle Veränderungen der Theaterlandschaft informieren. Dafür gibt es öffentliche Publikumsdiskussionen nach den Aufführungen und Gespräche mit Autor*innen, Verleger*innen oder Regisseur*innen.

Mit Bekanntgabe des „Stücke“-Spielplans 2019 Ende Februar wird mitgeteilt, an welchen Tagen die Werkstatt stattfindet. Weitere Informationen zur Werkstatt auf der Website des ITI unter https://www.iti-germany.de/projekte/theater-uebersetzen-internationale-werkstatt-muelheim/.

Kulturaustausch mit Hindernissen – nur das halbe Ensemble darf reisen (15.02.2019)

ITI kritisiert rigide Einreiseregelungen

Von vier Künstler*innen aus Ägypten, die zu gemeinsamen Theateraufführungen anreisen sollten, landeten gestern (12.2.) nur zwei, den anderen wurde die Einreise verwehrt – Grund: eine negative Rückkehrprognose.

Vorbereitet worden war das Vorhaben einer gemeinsamen Inszenierung des Erfolgsstücks „UmHimmels Willen, Ikarus!“ mit dem Regisseur Ahmed Ezzat Elalfy im November vergangenen Jahresbei einer Reise der Theaterwerkstatt Hannover nach Ägypten. 2011 hatte das Stück um den Ikarus-Mythos in der deutschen Version in der Theaterwerkstatt Premiere und wurde seither mehrfachausgezeichnet. Die ägyptisch-deutsche Zusammenarbeit erhält Förderung im Programm Szenenwechsel, einer Kooperation des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und der Robert Bosch Stiftung. Auch die Region Hannover hat das Projekt bezuschusst und sich stark für die Kooperationeingesetzt. Dieses Projekt sollte den Dialog zwischen deutschen und ägyptischen Theaterschaffendenfördern und zu interkulturellen Begegnungen führen.

Gerade dieser Dialog werde jedoch durch die rechtlichen Rahmenbedingungen behindert. Die nicht garantierte „positive Rückkehrprognose“ für junge Künstler*innen „ist ein wiederkehrendes Dilemma in immer mehr europäischen Ländern“, so Dr. Thomas Engel, Direktor des Internationalen Theaterinstituts (ITI) in Deutschland. „Trotz zahlreicher Bekenntnisse der Politik zur Förderung deskulturellen Austauschs mit dem globalen Süden wie auch der Tatsache, dass sich die EU-Staaten inder UNESCO-Konvention zum Schutz der Kulturellen Vielfalt zur Vorzugsbehandlung von Entwicklungs- und Schwellenländern im Kulturaustausch und zur Unterstützung der Mobilität vonKünstler*innen aus diesen Ländern verpflichtet haben, scheitern immer mehr Projekte an nichtgenehmigten Visa.“ Engel kritisiert, dass die „zunehmend rigiden Einreiseregelungen für junge Künstler*innen und die kulturpolitischen Intentionen zwei Politikbereiche sind, die offensichtlichimmer stärker im Widerspruch stehen.

“„Wir spielen trotzdem!“, sagt Sabine Trötschel von der Theaterwerkstatt Hannover. Gerade jetzt sei es wichtig, nicht aufzugeben und das Publikum aus der Region auf die schwierige Lage bei internationalen Kooperationen aufmerksam zu machen. Deshalb wird die Neuinszenierung von „Um Himmels Willen, Ikarus!“– allen Unbilden zum Trotz – an den beiden kommenden Wochenenden im Pavillon Hannover in der arabischsprachigen Fassung seine Deutschlandpremiere feiern.

Für Presse-Nachfragen:

Theaterwerkstatt Hannover
Sabine Trötschel
Tel: 0511 34 41 04
 theaterwerkstatthannover(at)t-online.de

 

Internationales Theaterinstitut (ITI)
Dr. Thomas Engel
Tel: 030 611 0765 0
info(at)iti-germany.de

 

Zur Inszenierung „Um Himmels Willen, Ikarus!

“Das Stück ist eine 360° Inszenierung – die Schauspieler bewegen sich mitten zwischen dem Publikum. Es erzählt den Ikarus-Mythos als Vater und Sohn Geschichte. Der Sohn will vom Vater nicht nur wissen, wo es langgeht, sondern fordert auch Antworten. `Wer hat uns hier eingesperrt?` `Warumhast du das Labyrinth gebaut?`. Mit einer Feder bringt Ikarus seinen Vater auf eine glorreiche Idee: So erheben sich beide mit Flügeln in die Lüfte der Freiheit - aber auch der Sonne entgegen ...

Die Aufführungen finden am 16./17./23./24. Februar jeweils um 17:00 Uhr in arabischer Sprache mit deutscher Übersetzung im Pavillon Hannover statt.

Wer Interesse an der Aufführung hat und/oder sich mit den Theaterschaffenden solidarisierenmöchte, bekommt Karten und Infos unter: theaterwerkstatthannover(at)t-online.de.
Weitere Informationen unter:  https://www.theaterwerkstatthannover.de/profil/spielplan/veranstaltung?nr=58850

Pressemitteilungen 2018