ITI - Deutschland
Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts
  • Flinntheater

  • Verständigung // Understanding - 60. Jahrestag des deutschen ITI-Zentrums, 26. November 2015, Akademie der Künste, Berlin

  • Sommergäste, Schaubühne Berlin (Foto: Thomas Aurin)

  • 2018 - 70 Jahre Internationales Theaterinstitut

  • Gründung des ITI-Weltverbandes 1948

  • Angie Hiesl Produktion: x-mal Mensch Stuhl

  • Power of Diversity - the Crossing Lines Projekt, Aktionstheater PAN.OPTIKUM | Fotografin: Jennifer Rohrbacher

  • „Physisches Theater“ – Deutsch-französischer Workshop, ITI - Mime Centrum Berlin

  • Draußen vor der Tür. Tmuna Theatre Tel Aviv 2017, Regie: Matthias Gehrt, Foto: Eyal Landesman

  • Gründung des ITI-Weltverbandes, Prag 1948

Der ungarische Schauspieler und Regisseur Viktor Bodó erhält 2018 den Preis des Internationalen Theaterinstituts

Viktor Bodó (Foto: Daniel Dömölky)

Viktor Bodó erhält den diesjährigen Preis des Internationalen Theaterinstituts – Zentrum Deutschland. Die Entscheidung zugunsten des ungarischen Regisseurs und Schauspielers teilte ITI-Präsident Joachim Lux im Namen des Vorstands in Berlin mit.

„Mit der Vergabe des ITI-Theaterpreises an Viktor Bodó möchte das Internationale Theaterinstitut ein kulturpolitisches Zeichen setzen. Denn so sehr wir uns über die Entwicklung einer transnationalen europäischen Kulturlandschaft auch freuen mögen, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie vielfach aus Not und als Fluchtbewegung entsteht. Denn Kultur wird in vielen europäischen Ländern marginalisiert – sei es aus ökonomischen oder politischen Gründen. Im Ergebnis sind insbesondere die deutschsprachigen Länder vielfach unfreiwilliger Fluchtpunkt für andernorts bedrohte Künstler. Viktor Bodó ist ein herausragender Regisseur, der in Ungarn kaum mehr Arbeitsmöglichkeiten hat“, äußerte der ITI-Präsident zur Entscheidung.

Mit Viktor Bodó zeichnet das deutsche ITI einen Regisseur aus, der seit gut einem Jahrzehnt auch einem größeren deutschsprachigen Publikum durch Produktionen an den Bühnen in Graz, Köln, Mainz, Heidelberg, Basel oder Hamburg bekannt geworden ist.

Das deutsche ITI würdigt mit seinem Preis seit 1985 alljährlich Persönlichkeiten, die im deutschsprachigen Theaterraum tätig und deren Leistungen herausragend und von internationaler Ausstrahlung sind. Der Termin der Preisverleihung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Im letzten Jahr erhielt die Regisseurin und Autorin Yael Ronen den Preis des Internationalen Theaterinstituts.

Die Liste aller bisheriger ITI-Preisträger*innen kann hier eingesehen werden.

 

Viktor Bodó, 1978 in Budapest geboren, war nach seinem Schauspiel- und Regiestudium drei Jahre Schauspieler an Árpád Schillings Krétakör Theater in Budapest. Sein Durchbruch als Regisseur gelang ihm durch seine Arbeiten als Hausregisseur am Katona József Theater in Budapest, unter anderem mit einer Adaption von Kafkas „Der Prozess“. Seit 2006 arbeitet er regelmäßig am Schauspielhaus Graz, wo er zunächst Kafkas „Das Schloss“ und „Alice“ nach Lewis Carroll inszenierte. Diese Arbeit wurde zu mehreren Gastspielen, unter anderem zu den Salzburger Festspielen 2009 und zum radikal jung Festival München 2008 eingeladen und gewann 2008 den österreichischen Nestroy-Theaterpreis für die beste Ausstattung.

2008 gründete Bodó seine eigene Theatertruppe Szputnyik Shipping Company in Budapest, die auch mit dem Grazer Ensemble kooperierte. Seine wichtigsten Inszenierungen mit Szputnyik in Budapest waren „Mietshausgeschichten“ und „Der Würfler“. Mit seiner eigenen Truppe erarbeitete er zudem Koproduktionen am Schauspiel Köln („Transit“ von István Tasnádi und „Der Mann am Tisch 2“ von András Vinnai) sowie am Staatstheater Mainz und am Theater Winterthur („Tot im Orient-Express“).

Bodós Grazer Inszenierung von Handkes „Die Stunde da wir nichts voneinander wußten“  aus der Spielzeit 2008/09 wurde zum Berliner Theatertreffen 2010 eingeladen sowie in Moskau mit der Goldenen Maske in der Kategorie Beste ausländische Aufführung ausgezeichnet. Viktor Bodó war zudem für den österreichischen Nestroy-Theaterpreis 2009 und 2011 in der Kategorie Beste Regie nominiert.

2014 wurde er für seine Inszenierung von Jarrys „König Ubu“ am Theater Heidelberg für den Theaterpreis DER FAUST nominiert und 2016 mit dem Europäischen Theaterpreis Premio Europa per il Teatro der Europäischen Kommission ausgezeichnet.