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Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts
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Welttheatertag - 27. März

Foto: Natalia Isaeva

Der Autor der  PDF Botschaft 2016 zum Welttheatertag ist der russische Theatermacher und Professor Anatoli Wassiljew. Er ist Gründer der legendären Moskauer Theaterschule „Schule der Dramatischen Kunst“, lehrte und lehrt am Staatlichen Konservatorium »A.V. Lunatscharski« (GITIS), an der staatlichen Filmhochschule (Gerassimow-Institut für Kinematographie) und an der École nationale supérieure des arts et techniques du théâtre (ENSATT) in Lyon. Nach schweren Konflikten mit den Moskauer Behörden verließ Wassiljew 2006 die Moskauer Theaterschule und emigrierte nach Westeuropa. Er arbeitete in Paris, Lyon, London - und wurde drei Jahre später eingeladen, am Bolschoi Theater „Don Giovanni“ zu inszenieren. 2010 richtete Wassiljew in Venedig einen dreijährigen Studiengang für Theaterlehrer ein, der in jährlich stattfindenden zweimonatigen Kursen absolviert werden kann und von Schauspielern, Regisseuren, Ausbildern aus aller Welt besucht wird. 2011 hat er am Grotowski Institut in Wroclaw, Polen, ein zweijähriges Forschungsseminar zu Schauspieltechniken ins Leben gerufen. Aktuell, im März 2016, inszeniert Wassiljew Marguerite Duras' “La Musica Zwei” an der Comédie Française in Paris.

Geschichte

1961 wurde vom finnischen ITI und unterstützt von den anderen skandinavischen Zentren ein Welttheater-Tag vorgeschlagen. Der IX. ITI-Kongreß in Wien (1961) nahm den Vorschlag einstimmig an und proklamierte den traditionellen alljährlichen Eröffnungstag des Festivals "Theater der Nationen" in Paris, den 27. März, zum Welttheatertag.

Dieser Initiative war ein weiterwirkender Erfolg beschieden; in über 80 Ländern - also vielfach auch dort, wo noch kein ITI-Zentrum bestand - wurde der Welttheatertag schon im ersten Jahr mit Sonderverantaltungen und öffentlichen Aktionen begangen. ( Website des ITI-Generalsekretariats zum Welttheatertag)

International renommierte Theaterleute (u.a. Jean Cocteau, Arthur Miller, Laurence Olivier, Jean-Louis Barrault, Helene Weigel, Miguel Angel Asturias, Peter Brook, Dmitrij Schostakowitsch, Pablo Neruda, Maurice Béjart, Ellen Stewart, Wole Soyinka, Martin Esslin, Jorge Lavelli, Edward Albee, Vaclav Havel) wurden um "Botschaften" gebeten, in denen sie sich mit Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen. Der Text wird in dutzende Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet.

Preis des ITI

Anlässlich des Welttheatertages verleiht das deutsche ITI-Zentrum seit 1985 einen Ehrenpreis an Künstler und Institutionen, deren Theaterarbeit in herausragender Weise international wirkt.

ITI Preis 2016 an Milo Rau

Der streitbare wie gleichermaßen umstrittene schweizerische Autor, Theater- und Filmregisseur Milo Rau erhält den ITI-Preis zum Welttheatertag 2016.
Die Entscheidung für Rau, die auf der Basis einer Umfrage unter den Mitgliedern des deutschen ITI getroffen wurde, begründete ITI-Präsident Joachim Lux: „Milo Rau erregt mit seinem International Institute of Political Murder Anstoß. Er steht für eine Generation, die mit Kompromisslosigkeit auf die sich immer stärker radikalisierende Wirklichkeit reagiert. Haltung beziehend und Haltung einfordernd verleiht Milo Rau dem Theater und der Gesellschaft Impulse, die den Sprengstoff der globalen Konflikte in unsere Mitte holen.“Mit „Mitleid. Zur Geschichte des Maschinengewehrs“ steht derzeit eine Produktion von Rau in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin auf dem Spielplan, die – wie viele andere seiner Arbeiten auch – unter Verwendung dokumentarischen Materials mit beißender Kritik Globalisierung und Fluchtbewegungen analysiert und dabei mit „zynischem Humanismus“ Mitleidsindustrie und öffentlichen Betroffenheitskitsch aufs Korn nimmt.

Auf Rau zurück geht auch die Gründung des International Institute of Political Murder (IIPM) im Jahr 2007, das sich nach eigenem Bekunden „auf die multimediale Bearbeitung historischer oder gesellschaftspolitischer Konflikte konzentriert: Unter anderem holte die Produktionsgesellschaft die Erschießung des Ehepaars Ceausescu  „Die letzten Tage der Ceausescus“, den ruandischen Völkermord „Hate Radio“ und den norwegischen Terroristen Anders B. Breivik „Breiviks Erklärung“ auf die Bühne.

Die Verleihung des ITI-Preises an Milo Rau fand am 10. April 2016 im Rahmen der Aufführung seines Stückes „Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs“ in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin statt. Die Laudatio hielt die österreichische Schriftstellerin und Vizepräsidentin der Akademie der Künste zu Berlin, Kathrin Röggla.

Welttanztag - 29. April

Der TAG DES TANZES wurde 1982 vom Internationalen Tanzkomitee des ITI ins Leben gerufen. Jedes Jahr wird der 29. April gefeiert. Anlass ist der Geburtstag von Jean-Georges Noverre (1727-1810), einem großen Reformer des Ballets.

Die Botschaft einer bekannten Persönlichkeit des Tanzes wird jährlich weltweit verbreitet. Die Absicht dieser Botschaft am Tag des Tanzes ist es, alle Formen des Tanzes an diesem Tag zu vereinen, den Tanz zu feiern, seine Globalität hervorzuheben und alle Grenzen von Politik, Kulturen und ethnischen Zugehörigkeiten zu überwinden. Die Menschen sollen durch eine gemeinsame Sprache – die des Tanzes – in Frieden und Freundschaft zusammengeführt werden.

In Sachen Tag des Tanzes arbeitet das Internationale Komitee des Tanzes seit 1995 mit der Alliance Mondiale de la Danse/World Dance Alliance zusammen.