ITI - Deutschland
Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts
iti world
  • Save the Date: Theater der Welt 25.05. bis 11.06.2017

  • Verständigung // Understanding - 60. Jahrestag des deutschen ITi-Zentrums , 26 November 2015, Akademie der Künste, Berlin

  • ITI Jahrestagung Berlin, 2016 (Foto Anna Rozkosny)

  • Theater der Welt 2017 in Hamburg. Baakenhafen, Foto: ITI

  • ITI World Map

40 Jahre Tanzfabrik Berlin 2018 Deutsches ITI sammelt und sichert Dokumente aus der Anfangszeit

Unter dem Titel "Whodidwhattowhomwasneverreallyclear ..... die Tanzfabrik Berlin als Motor des zeitgenössischen Tanzes“ hat das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) ein umfangreiches Projekt gestartet zur Erschließung, Verzeichnung, Digitalisierung und Langzeitarchivierung von ca. 50 audiovisuellen Aufzeichnungen aus den ersten 10 bis 15 Jahren der Tanzfabrik Berlin. Ziel ist, diese bis Ende 2017 einer breiten Öffentlichkeit online zugänglich zu machen. Das kündigte heute ITI-Projektleiter Thilo Wittenbecher in Berlin an. Es sei „allerhöchste Zeit, die noch vorhandenen Dokumente dieser Zeit des Aufbruchs in Gesellschaft und Tanz der späten 1970er Jahre als kulturelles Erbe zu sichern,“ äußerte Wittenbecher.

Das 40jährige Gründungsjubiläum der Berliner Tanzfabrik 2018 als einer Institution, die die zeitgenössische Tanzentwicklung und die Tanzausbildung in Deutschland nachhaltig beeinflusst hat, ist einer der Hintergründe für das Projekt. Einen weiteren Anlass bietet das verstärkte öffentliche Interesse an Quellen, Dokumenten und vor allem Zeitzeugen dieser Entwicklung, das sich bspw. in öffentlichen Veranstaltungen dokumentiert.

Im Vordergrund steht zunächst das Auffinden zum Teil verstreuter, authentischer, möglichst originaler audiovisueller Dokumente aus der Entstehungszeit der Tanzfabrik und der Beschreibung ihrer tanz- und kulturhistorischen wie auch stadt- und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge. Dafür sollen die Verbindungen zum seinerzeit in West-Berlin noch existierenden Wigman-Studio ebenso verdeutlicht werden wie Impulse, die auf die Tanzfabrik wirkten: zum einen die Entwicklung des modernen Tanzes in den USA, zum anderen die ausländischen Gastspiele beim Berliner Festival „Pantomime, Tanz, Musik, Theater“. Als unmittelbare Verbindung von Archiv und Wissenschaft bildet die Mitarbeit von Tanzwissenschaftler*innen und Studierenden im Projekt die Grundlage dieser Kontextualisierung.

Vermutet wird, dass sich in Archiven und Privatbesitz noch unbekanntes bzw. als verschollen geltendes filmisches Material findet und in das Projekt Eingang finden könnte. Wittenbecher zufolge sind erst kürzlich Dokumente in Hamburg und Köln entdeckt worden. ITI, Tanzfabrik und Akademie der Künste kooperieren bei dem Projekt, das mit € 30.000 durch digiS, das Digitalisierungsprogramm des Landes Berlin gefördert wird.

Unterstützt von Land und Bund, konnten am deutschen ITI-Zentrum, das mit 8.000 filmischen Tanz- und Theater-Dokumenten eines der bundesweit größten öffentlichen Dokumentationszentren der darstellenden Künste unterhält, in den vergangenen Jahren technische Infrastruktur und Kompetenzen für einen hohen Standard der Digitalisierung audiovisueller Dokumente aufgebaut werden, um filmische Quellen und Dokumente zu erhalten.

Bezeichnenderweise waren es Künstler*innen aus den Gründungsjahren der Tanzfabrik Berlin – Jacalyn Carley und Annette Klar, Dieter Heitkamp und Helge Musial, beide heute Tanzprofessoren in Frankfurt bzw. Salzburg – die als erste an der Nutzung dieser technologischen Möglichkeiten interessiert waren, um ihre Videos aus den 1980er und frühen 1990er wieder sichtbar werden zu lassen.

Theater der Welt 2020 nach Düsseldorf

Wilfried Schulz, Generalintendant D'haus (Foto: Thomas Rabsch)

Das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) vergibt sein Festival Theater der Welt für 2020 an die Stadt Düsseldorf und das Düsseldorfer Schauspielhaus.

Angesichts einer Reihe starker Bewerbungen wurden intensive Gespräche und Hearings mit den künstlerisch verantwortlichen Theaterleitern geführt. Auf seiner gestrigen Sitzung entschied sich der Vorstand des ITI für die Konzeption des Teams um Wilfried Schulz.

„Ich freue mich, dass das international renommierte Festival Theater der Welt im Jahr 2020 zum 50. Jubiläum des Schauspielhauses nach Düsseldorf kommt! Rund 30 Theaterproduktionen werden einen einzigartigen Überblick über die Vielfalt zeitgenössischen internationalen Theaterschaffens geben. Der besondere Charakter des Festivals entsteht durch die Verbindung von herausragenden Theaterproduktionen für Gäste aus aller Welt mit künstlerischen und sozialen Einrichtungen und ‚besonderen‘ Orten einer Stadt.“
Christina Kampmann, Kulturministerin des Landes NRW

"Ein schöner Erfolg - und ein weiterer Beleg dafür, dass Düsseldorf als Theaterstadt mit einem Schauspielhaus mit internationalem Anspruch zurück ist."
Thomas Geisel, Oberbürgermeister Landeshauptstadt Düsseldorf

„Düsseldorf ist eine Stadt von großer Internationalität. Das größte internationale Theaterfestival in Deutschland passt gut hierher. Wir sind stolz darauf, im Frühsommer 2020 mit Theater der Welt das 50-jährige Jubiläum des Schauspielhauses feiern zu können. Ein großartiger Impuls für unser Theater und die Stadt und ein Geschenk an das Publikum.“
Wilfried Schulz, Generalintendant Düsseldorfer Schauspielhaus

1981 vom deutschen ITI-Zentrum als eine nationale Initiative im Anschluss an das ITI-Festival „Theater der Nationen“ (Hamburg 1979) gegründet, präsentiert Theater der Welt alle drei Jahre wegweisende Leistungen und Entwicklungen des Theaters aus allen Kontinenten. In diesem Jahr findet das Festival in Hamburg statt (25. Mai bis 11. Juni 2017, www.theaterderwelt.de).

Erste Informationen über Theater der Welt 2020 werden zu Ende der diesjährigen Festivalausgabe in Hamburg vorgestellt.

Hindernisse im kulturellen Austausch

Thomas Engel, Direktor des deutschen ITI-Zentrums, erinnert aus Anlass des Welttheatertages 2017 an die Hindernisse im kulturellen Austausch:

"Internationale Organisationen wie Freemuse verzeichnen weltweit einen rapiden Anstieg der Angriffe auf Künstler und ihre Arbeit. Im letzten Jahr hat sich allein die Zahl der registrierten Fälle mehr als verdoppelt – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Kulturaustausch ist angesichts lauter werdender Forderungen nach nationaler Abschottung keine Selbstverständlichkeit mehr.
Wir fordern zwar aus unseren westeuropäischen Demokratien heraus weltweit das Recht auf freien künstlerischen Ausdruck und Europa hat sich mit der UNESCO Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt zur Vorzugbehandlung von Schwellen- und Entwicklungsländern im kulturellen Austausch verpflichtet. Warum aber gibt es immer noch kein Programm, verfolgten Theaterkollektiven in Deutschland sichere Anlaufpunkte für ihre Arbeit zu bieten und warum verhindert immer öfter eine restriktive Visapolitik den lebendigen Dialog mit Künstlern aus Krisenländern des globalen Südens?"

André-Louis Perinetti gestorben

Foto: privat

André-Louis Perinetti (1933-2017)

1983 übernahm der französische Regisseur und Theaterleiter André-Louis Perinetti als fünfter Generalsekretär des ITI das Amt von seinem schwedischen Vorgänger Lars af Malmborg. Zusammen mit seiner Büroleiterin Jennifer Walpole prägte er die Arbeit des ITI von seinem Büro am Pariser UNESCO-Sitz über zwanzig Jahre. Für seine Verdienste um den Zusammenhalt der Organisation, die kulturpolitische Vermittlung zwischen den politischen Machtblöcken über den Eisernen Vorhang hinweg und seinen Einsatz für eine multikulturell geprägte Theaterausbildung der jungen Generation ernannte ihn das ITI zum Ehrenpräsidenten.
André Louis Perinetti verstarb am 3. April.

Nachrufe von ITI-Ehrenpräsident  PDF Manfred Beilharz und  PDF Hedda Kage