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Stand 09. Sept. 2010
Ost-West-PassagenTanz und Theater aus Europa. Neue Impulse aus dem Osten.
Als vor 20 Jahren die erste euro-scene Leipzig über die Bühne ging, kam dies - nach der friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer - einem Aufstand der Bilder gleich. Es war die Bildmächtigkeit des Theaters, seine unmittelbare Körperlichkeit und das soziale, politische Engagement der präsentierten Inszenierungen, welches einen tiefen Eindruck hinterließ. Theaterproduktionen aus Ost und West begegneten sich in Leipzig, fanden ein äußerst interessiertes, manchmal skeptisches und meist begeistertes Publikum. Leipzig als weltoffene Kultur- und Messestadt war prädestiniert für ein solches Festival. Heute sollen diese Entwicklungen in den Blick genommen werden. Die künstlerischen Höhepunkte und die dringendsten kuratorischen Fragen dieser Jahre dienen als Ausgangspunkt für jene Fragen, die sich heute Künstler, Festivalmacher und das Publikum stellen. Die euro-scene Leipzig verstand sich immer auch als Ost-West-Drehscheibe. Neue Produktionen aus jenen Theaterlandschaften zu präsentieren, die für das Publikum noch eine "Terra incognita" darstellen, zählt zu den konzeptionellen Schwerpunkten. Immer waren Produktionen aus Polen, aus Tschechien, vom Balkan bildmächtige Beiträge. Mit ihrem anderen kulturellen und anderen religiösen Hintergrund waren sie starke Repräsentanten des Fremden. Aus Gesellschaften kommend, die noch immer dramatischen Veränderungen und Verwerfungen unterworfen sind, verstörten sie mit nicht aufgegebenen Ansprüchen an eine politische Kunst. Dazu gehören die Länder des ehemaligen Jugoslawien ebenso wie die der ehemaligen Sowjetunion, Bulgarien, Rumänien und Zypern, um nur einige zu nennen. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer scheint jedoch der Osten seinen "sex appeal" verloren zu haben. Das trifft nicht nur die Präsenz auf Festivals, es betrifft die internationale Mobilität künstlerischer Produktionen überhaupt, die hier von großen Disbalancen gekennzeichnet ist. Produktionen des Westens kursieren zumeist im Westen, Produktionen des Ostens kursieren zumeist im Osten. Gelegentlich entdeckt die westeuropäische Festivallandschaft einen osteuropäischen Künstler. Als "shooting stars" gehen diese aber zumeist in den westlichen Produktionszusammen- hängen auf, wechseln schließlich ihren Wohnsitz. Fehlende Produktionsstrukturen und fehlendes kulturpolitisches Engagement (letztlich Förderung) scheinen im Osten zu verhindern, dass der internationale Austausch ein größeres Gewicht bekommt. Ein zweitägiges Symposium des Internationalen Theaterinstituts (ITI),
Berlin, im Rahmen der Ausgangspunkt und Schluss bilden zwei öffentliche Debatten, den Schwerpunkt werden jedoch die Arbeitsbegegnungen im Kreis der Künstler, Produktionshäuser und Netzwerker bilden. Als Themen für die Arbeitsgruppen werden derzeit entwickelt: - Ist Europa keine Hoffnung mehr? Die Wiederkehr nationaler
Akzente in der Kulturpolitik. Das ITI verbindet dieses Symposium auch mit den Diskussionen innerhalb seiner Europäischen Netzwerke und des EU-Pilotprojekts SPACE (Supporting Performing Arts Circulation in Europe). Konzeption
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