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Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts
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Künftig jedes Jahr: Internationale Übersetzerwerkstatt Mülheim

„Brückenbauer*innen für den Dialog zwischen den Kulturen“
Künftig jedes Jahr: Internationale Übersetzerwerkstatt Mülheim

Die Übersetzerwerkstatt, zu der die „Stücke“ gemeinsam mit dem Internationalen Theaterinstitut (ITI) bisher alle zwei Jahre eingeladen haben, wird ab sofort jährlich stattfinden. So haben Übersetzer*innen die Gelegenheit, Stücke aus allen Jahrgängen des Festivals zu sehen. Auch der Diskurs über die Bedeutung von Theatertexten und aktuelle Fragen der Übersetzungsarbeit gewinnt dadurch an Kontinuität und Lebendigkeit. Schließlich wandelt sich der Textbegriff im Theater ständig. Dies stellt die Übersetzer*innen permanent vor neue Herausforderungen.

Deshalb wird die Übersetzerwerkstatt erstmals mit Unterstützung des Goethe-Instituts um Expert*innen aus internationaler Theaterpraxis und Wissenschaft erweitert. Sie werden die Arbeit der Übersetzer*innen in Mülheim begleiten und in einer öffentlichen Veranstaltung aktuelle theoretische wie theaterpraktische Positionen diskutieren:

2017 waren die japanische Dramaturgin, Übersetzerin und Schauspielerin Shino Nagata, Stipendiatin des Goethe-Instituts Gast während der Übersetzerwerkstatt, sowie Bernhard Studlar, Autor, Begründer und Leiter des interkulturellen Autorentheaterprojekts wiener wortstaetten und der Dramatiker Ibrahim Amir, dessen Stück "Habe die Ehre" im Rahmen der wiener worstaetten erarbeitet und uraufgeführt wurde.

Gemeinsam mit Barbara Christ, Übersetzerin und Leiterin der Übersetzerwerkstatt, tauschten sie sich in einer Podiumsdiskussion am Freitag, 19.05., im Theater an der Ruhr zum Thema "Fremd und vertraut – Schreiben in einer neuen Sprache" aus. Moderiert wurde das Gespräch von Cornelia Fiedler, Sprecherin des Auswahlgremiums.

Die Teilnehmer*innen der diesjährigen Übersetzerwerkstatt, die vom 12. bis zum 21. Mai 2017 stattfand, waren:

Claire Carnin (Frankreich)
Manyazewal Endeshaw (Äthiopien)
Martina Fernández Polcuch (Argentinien)
Ibrahim Marazka (Palästina)
Mykola Lipisivitskyi (Ukraine)
Dagmar Radová (Tschechische Republik)
Marc Silberman (USA)
Martina Vannayová (Slowakei)
Elise Wilk (Rumänien)
Xuan Sun (China)

Shino Nagata (Japan), Gast, Stipendiatin des Goethe-Instituts

Ziel der Werkstatt ist und bleibt es, auf internationaler Ebene die Auseinandersetzung mit neuer deutschsprachiger Dramatik zu fördern. Im Zentrum steht immer die konkrete Arbeit an ausgewählten Texten, unterstützt durch regen Erfahrungsaustausch mit Kolleg*innen und Autor*innen. Die „Stücke“ bieten die einmalige Chance, im Rahmen des Festivals nicht nur an Theatertexten zu arbeiten, sondern sie auch auf der Bühne zu erleben. So entstehen Impulse für ihre Übersetzung und spätere Aufführung in den Heimatländern der Übersetzer*innen. Die Übersetzerwerkstatt wird durch Begegnungen mit Autor*innen, Verleger*innen, Kritiker*innen und Theaterschaffenden ergänzt. Sie sollen dazu beitragen, das kulturelle und politische Umfeld der Stücke und des gegenwärtigen deutschsprachigen Theaters besser zu verstehen.

Seminarleitung: Barbara Christ
Werkstattleitung: Andrea Zagorski

Eine Veranstaltung des ITI Deutschland und der Mülheimer Theatertage NRW.
Die Übersetzerwerkstatt 2017 wird gefördert vom Goethe-Institut.

 

„Mit dem Ausbau der Angebote für Übersetzer*innen will das ITI besonders diejenigen unterstützen, die als Brückenbauer*innen entscheidend zur Verständigung und zum Dialog zwischen den Kulturen beitragen. Dabei soll der Blick nicht nur auf Europa gerichtet werden, angesprochen sind vielmehr Teilnehmer*innen aus aller Welt,“ sagte Projektleiterin Andrea Zagorski. Diese Bemühungen werden durch das Goethe Institut unterstützt, das, beginnend 2017, Teilstipendien für Reise und Unterkunft vergibt.

Anliegen der Übersetzerwerkstätten ist es, die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer deutscher Dramatik im internationalen Kontext auf- und auszubauen. Es sind professionelle Dramatik-Übersetzer*innen unterschiedlicher Nationalitäten, die bei den Werkstätten mitwirken; sie übertragen deutschsprachige Dramatik in ihre Muttersprache. „Stücke“ und ITI versprechen sich von der Umstellung auf die jährliche Abfolge, dass der Diskurs über die Bedeutung von Theatertexten und aktuelle Fragen der Übersetzungsarbeit an Kontinuität und Lebendigkeit gewinnen.

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