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Yael Ronen erhält den ITI-Preis 2017

© Foto: Maxim Gorki Theater

Zur Preisträgerin 2017 sagte ITI-Präsident Joachim Lux:

"Yael Ronen betritt mit ihren Inszenierungen das verminte Gelände interkultureller Konflikte. Aber wie! Ihre Arbeit ist spielerisch, unbefangen, leicht, unideologisch, nie moralin oder politically correct. So etwas gibt es im deutschen Theater kaum. Und das mit einem Thema, bei dem man eigentlich nur alles falsch machen kann. Yael Ronen ist mit unbeirrbarer Direktheit und Humor nur am Leben selbst in all seiner Widersprüchlichkeit interessiert und an sonst nichts und spielt sich so in die Herzen der Zuschauer."

Zur Person:

Geboren 1976 in Jerusalem. Yael Ronen studierte Szenisches Schreiben am HB Studio in New York und Regie am Seminar Hakibbutzim in Tel Aviv. Sie arbeitet als Autorin und Regisseurin, regelmäßig auch im deutschsprachigen Raum. Meist entwickelt sie ihre Bühnen-Arbeiten im Probenprozess gemeinsam mit dem jeweiligen Ensemble.

Zu ihren Stücken zählen u. a. „Reiseführer in das gute Leben“ (Habima National Theatre, Tel Aviv, 2003), „Plonter“ (Cameri Theatre of Tel Aviv, 2005), eine Bearbeitung von „Antigone“ (Staatsschauspiel Dresden, 2007), „Nut Case“ (Habima National Theatre, 2008) und „Bat Yam“ (Wrocławski Teatr Współczesny [Breslau], 2008). „Dritte Generation“ (2008), mit israelischen, palästinensischen und deutschen Schauspieler*innen in Szene gesetzt, entstand im Auftrag von Theater der Welt (Halle, 2008). „Plonter“, „Reiseführer in das gute Leben“ (beide 2007) und „The Day Before the Last Day“ (2011) waren im Rahmen von F.I.N.D. an der Schaubühne Berlin zu sehen.

Am Berliner Maxim Gorki Theater, dessen laufende Spielzeit mit ihrem Projekt „Denial“ eröffnet wurde, ist Yael Ronen seit der Spielzeit 2013/2014 Hausregisseurin. Hier verantwortete sie u.a. die Uraufführungen „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (2013) und „The Situation“ (2015), in dem die politische Lage im Nahen Osten thematisiert wird. Beim Berliner Theatertreffen war Yael Ronen 2016 mit „The Situation“, im Jahr zuvor mit ihrer Gorki-Produktion „Common Ground“ zu sehen, einer Inszenierung mit Schauspieler*innen aus dem ehemaligen Jugoslawien, der beim Mülheimer „Stücke“-Festival 2015 der Publikumspreis zuerkannt wurde. In der aktuellen Spielzeit zu sehen sind am Maxim Gorki Theater auch ihre Adaptionen „Kleiner Mann, was nun?“ und „Othello“. Für ihre Inszenierung von »Hakoah Wien« (Schauspielhaus Graz, 2012), das ihre eigene Familiengeschichte zum Gegenstand hat, erhielt sie 2013 den österreichischen Theaterpreis Nestroy 2013. Yael Ronen lebt in Tel Aviv und Berlin.

 Bisherige Preisträger